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Coronavirus drückt Landesgartenschau ins Minus

Macher sehen Imagegewinn : Corona drückt Landesgartenschau ins Minus

Ein Blumenmeer im Zechenstaub – die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort auf einem einstigen Bergwerksgelände ist ein ungewöhnliches Projekt. Wegen Corona kamen deutlich weniger Zuschauer als erhofft. Dennoch sind die Organisatoren zufrieden.

Die Corona-Pandemie hat die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort ins Minus gedrückt, dennoch sehen die Organisatoren einen Imagegewinn für die einstige Bergbaustadt. „Ja, es wird ein Defizit geben“, sagte Gartenschau-Geschäftsführer Heinrich Sperling der Deutschen Presse-Agentur. „Aber die Schau hat den Imagewandel der Stadt erfolgreich nach außen getragen. Wir sind nicht mehr die schmutzige, vom Bergbau gebeutelte Stadt, wir sind in der Beliebtheitsskala nach oben gerutscht.“

Die Ausstellung in der 38.000-Einwohner-Stadt am Niederrhein, die wegen der Pandemie verspätet am 5. Mai eröffnet worden war, geht noch bis zum 25. Oktober.

Kalkuliert waren ursprünglich 560.000 Besuche, bis Anfang Oktober hatte die Ausstellung 400.000 Gäste erreicht. „Angesichts der Umstände ist das ein riesiger Erfolg“, sagte Sperling. Vor allem die Bustouristen, die erfahrungsgemäß rund ein Drittel der Gartenschaubesucher ausmachten, seien weggeblieben. Starke Rückgänge habe es auch bei Schulklassen gegeben, das Ausstellungsangebot „Grünes Klassenzimmer“ sei zu Beginn wegen der Pandemie komplett geschlossen geblieben.

Kernstück der Landesgartenschau ist der 25 Hektar große Zechenpark auf dem einstigen Gelände des Ende 2012 stillgelegten Bergwerks West in Innenstadtnähe. Zahlreiche Angebote wie ein Bergbau-Lehrstollen mit Führungen erinnern an die Bergbautradition der Stadt. Als Blickfang wurde ein einstiger 70 Meter hoher Schachtturm erhalten und zum Aussichtsturm umfunktioniert.

„Wir haben beim Beginn der Bauarbeiten im September 2018 den ersten Baum auf den Schutt des Zechengeländes gepflanzt, jetzt ist das eine wunderschöne grüne Parklandschaft“, sagte Sperling. Insgesamt 767 Bäume stehen im Zechenpark und bleiben der Stadt nach Ausstellungsende erhalten.

Die Schau hatte einen über Landesmittel stark geförderten Investitionsetat von rund 26 Millionen Euro für die Umbauten, die laut Sperling überwiegend an regionale Anbieter vergeben wurden. Für den laufenden Betrieb waren neun Millionen Euro kalkuliert.

Dabei seien neben den Mindereinnahmen durch ausbleibende Besucher auch höhere Ausgaben für Hygiene und zusätzliche Betreuer angefallen. Wie hoch das Defizit unter dem Strich ausfallen wird, lasse sich noch nicht beziffern, sagte der Geschäftsführer. Die nächste NRW-Landesgartenschau ist für 2023 in Höxter geplant.

(dpa)