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Coronavirus: Abiprfungen in NRW sollen stattfinden, sagt Gebauer

Das Coronavirus und die Schule : Abiprüfungen sollen stattfinden, aber...

Das neue Epidemiegesetz des Landes NRW sieht nun explizit auch Sonderregelungen für das Erlangen der Allgemeinen Hochschulreife vor.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) geht nach wie vor davon aus, dass die angehenden Abiturienten in NRW ihre Abschlussprüfungen schreiben werden. Derzeit spreche nichts gegen den Termin am 12. Mai.

Die Abiturprüfungen waren wegen der Coronavirus-Pandemie bereits um drei Wochen verschoben worden. Derzeit gehe man nicht davon aus, dass die Prüfungen weiter verschoben werden müssten, sagten die Ministerin und Staatssekretär Matthias Richter am Mittwochmorgen im Schulausschuss des Landtags. Am Dienstagabend hatte es eine Besprechung der 16 Staatssekretäre der Bundesländer gegeben, teilte Richter weiter mit. Die Rückmeldungen in der Runde ließen darauf schließen, dass auch in den anderen Bundesländern an den schriftlichen Abiprüfungen festgehalten werde. Für NRW gehe er davon aus, dass die Prüfungen – „wenn nicht etwas Unvorhergesehenes passiert“ – unter der Beachtung des Infektions- und Gesundheitsschutzes durchgeführt werden könnten.

In dem Epiedemiegesetz des Landes NRW, das am Donnerstag verabschiedet werden soll, heißt es nun aber explizit, dass sich die „Vergabe der allgemeinen Hochschulreife nach anderen Regelungen richten“ könne, wenn der Schulbetrieb am 20. April nicht aufgenommen werden könne. Gebauer und Richter betonten beide, dass die 16 Bundesländer versichern, die Abschlüsse gegenseitig anzuerkennen. Die zentralen Abschlussprüfungen der Zehntklässler könnten gegebenenfalls dezentral geschrieben werden oder komplett entfallen. Auch Referendaren, die ihre Prüfungen derzeit nicht ablegen können, sollen keine Nachteile entstehen.

Gebauer sagte offen, dass derzeit niemand sagen könne, welche Verhaltensregeln ab dem 20. April gelten. Sie werde am 15. April die Öffentlichkeit „möglichst umfassend“ informieren, wie es nach den Osterferien ab 20. April mit dem Schulunterricht weitergehe. Im Fokus dabei stehen die Prüfungsmodalitäten. Das kritisierte die Opposition. Sowohl Grüne als auch Sozialdemokraten wünschten sich konkrete Angaben zu der Frage, der Schulöffnung allgemein und nicht nur zum Abhalten von Prüfungen. Der SPD-Bildungspolitiker Jochen Ott sagte: „Es rechnet keiner damit, dass tatsächlich am 20. April alle wieder zur Schule gehen.“ Er forderte konkretere Informationen der Landesregierung zu Notfall-Szenarien.

Szenarien für einen Schulbetrieb ab dem 20. April nannte Gebauer aber nicht. Nur so viel: Schulen könnten öffnen „im Vollbetrieb, im Teilbetrieb oder vielleicht gar nicht“. Bund und Länder wollen am 15. April – einen Tag später als ursprünglich geplant – über die Wiederaufnahme des Schulbetriebs und mögliche schrittweise Lockerungen der strengen Corona-Auflagen beraten. Das mache den Zeitplan für das NRW-Schulministerium enger, man wolle die Schulen dennoch am selben Tag informieren. Gebauer betonte, dass die Gesundheit der Lehrkräfte, Schüler und Referendare im Vordergrund stünden.

Derzeit fragen die Bezirksregierungen deshalb ab, welche Lehrkräfte Vorerkrankungen oder über 60 Jahre sind. Diese sollen mutmaßlich nicht unterrichten. Sowohl der Philoilogenverband als auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mahnten im Schulausschuss, dass diese Kategorien auf einen hohen Anteil an Lehrern zutreffe. Es sei somit völlig unklar, wie viele Lehrer überhaupt arbeiten könnten. Die GEW-NRW-Vorsitzende Maike Finnern stellte außerdem die Frage, wie die Hygienemaßnahmen in den Schulen überhaupt eingehalten werden könnten. „Es sollte in jedem Klassenraum ein Waschbecken mit Seife und Einmalhandtüchern geben, an jedem Schuleingang Spender mit Desinfektionsmitteln.“ Das sei aber längst nicht an jeder Schule einzurichten.