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Planbare Termine verlegt: Corona-Zahlen führen wieder zu OP-Absagen

Planbare Termine verlegt : Corona-Zahlen führen wieder zu OP-Absagen

Die steigenden Corona-Neuinfektionen führen zu einer größeren Zahl an Patienten in den Krankenhäusern. Um für alle Fälle gewappnet zu sein, blasen einzelne Kliniken planbare Termine ab. Landesweit sind aber weiterhin noch Hunderte Intensivbetten mit Beatmungstechnik frei.

Die steigenden Coronavirus-Zahlen führen bereits in einzelnen medizinischen Zentren wieder zu Einschränkungen und zum Ausfall von planbaren Operationen für zahlreiche Patienten. Mit der Uniklinik Düsseldorf nimmt derzeit eines der großen Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen vorerst nur noch Notfallpatienten stationär auf. Die Krankenhauseinsatzleitung wolle mit der Regelung vorsorglich mehr Spielraum bei der Bettenkapazität gegenüber dem Normalbetrieb mit einer hohen Auslastung gewinnen, sagte ein Sprecher der Uniklinik.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Nordrhein-Westfalen ist erneut gestiegen. Landesweit meldeten die Gesundheitsämter innerhalb eines Tages nach den jüngsten Daten von Donnerstag (Stand 00:00 Uhr) 5067 positiv Getestete, wie aus einer Übersicht des Landeszentrums Gesundheit hervorgeht. Der Wert der Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen stieg auf 168,3 (plus 1). Aktuell sind in Nordrhein-Westfalen demnach rund 53.600 Menschen infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Corona-Zusammenhang stieg um 31 auf 2267.

Mit 19 990 erfassten Neuinfektionen hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag einen neuen bundesweiten Höchstwert gemeldet - der Anstieg der Fallzahlen scheint sich aber etwas abzuflachen. Im Unterschied zur bundesweiten Zahl stellen die 5067 neuen Fälle in Nordrhein-Westfalen aber keine Höchstwert dar, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums erläuterte. Der bisherige NRW-Spitzenwert wurde am 29. Oktober registriert mit 5828 gemeldeten neuen Fällen.

Nach Daten der Landesregierung werden landesweit aktuell rund 3200 Corona-Patienten in Krankenhäusern behandelt. Das sind 111 mehr als zuletzt. Von der Gesamtzahl werden 728 intensivmedizinisch betreut (plus 43). Darunter sind 457 Covid-19-Patienten auf Intensivplätzen mit Beatmungstechnik. Das sind 29 Corona-Patienten mehr, die beatmet werden, als zuletzt. Von den aktuell landesweit insgesamt 5545 Intensivbetten mit Beatmungstechnik sind demnach 954 frei. Das ist ein Rückgang um 42 verfügbare Plätze gegenüber dem Meldestand zuvor.

Es gebe keine dramatische Lage an der Klinik, unterstrich der Sprecher des Uniklinikums Düsseldorf. Die Zahl der Corona-Patienten sei in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen und habe in dieser Woche konstant über der Marke 50 gelegen. Aktuell würden 57 Corona-Patienten behandelt, davon 18 auf den Intensivstationen. Die Regelung, dass vorerst nur noch Notfallpatienten stationär aufgenommen werden, gelte seit Donnerstag zunächst bis zum Sonntag. Die Ambulanzen und der Geburtsbereich seien nicht betroffen.

Patienten, die in den kommenden Tagen einen Termin für die stationäre Aufnahme vereinbart haben, werden gebeten, sich mit ihrer jeweiligen Klinik innerhalb des Universitätsklinikums telefonisch in Verbindung zu setzen. Der Sprecher machte keine Angaben, wie viele Patienten betroffen sind und wie viele Operationen durch die Regelung ausfallen. Am Universitätsklinikum Düsseldorf werden jährlich mehr als 50.000 Patienten stationär versorgt. Gemessen an der Bettenzahl ist es einem Ranking zufolge das siebtgrößte Klinikum in Nordrhein-Westfalen.

Die Uniklinik Düsseldorf teilte am Donnerstag außerdem mit, dass zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter ab dem kommenden Montag wieder ein Besuchs- und Begleitverbot gelte. Allerdings gebe es dabei auch
einige Ausnahmeregelungen.

(dpa)