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Corona: RWI sieht Chance für rasche Erholung der Wirtschaft

Trotz Lockdown : RWI sieht Chance für rasche Erholung der Wirtschaft

Der NRW-Wirtschaftsminister will die kommenden Wochen zur Entwicklung einer nachhaltigeren Strategie zur Pandemie-Bekämpfung nutzen. Denn er meint: „Im Sommer ist hier möglicherweise zu wenig getan worden.“

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hat an Politik, Wirtschaft und Wissenschaft appelliert, die kommenden Wochen des Teil-Lockdowns zu nutzen, um eine nachhaltigere Strategie zur Pandemiebekämpfung zu entwickeln.

„Im Sommer ist hier möglicherweise zu wenig getan worden“, sagte der liberale Politiker am Donnerstag in Düsseldorf. Ziel müsse es sein, weitere flächendeckende Lockdowns zu vermeiden. Die betroffenen Unternehmer hätten einen Anspruch auf eine klare Perspektive.

Trotz des neuen Lockdowns für die Gastronomie und sämtliche Freizeiteinrichtungen sieht das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung aber weiterhin Chancen für eine kräftige Erholung der nordrhein-westfälischen Wirtschaft im nächsten Jahr, wie aus seinem am Donnerstag veröffentlichen Konjunkturbericht NRW hervorgeht.

Die Konjunkturexperten prognostizierten darin für das kommende Jahr ein Wirtschaftswachstum im bevölkerungsreichsten Bundesland von 4,7 Prozent. An dieser Prognose ändere sich auch durch den neuen Teil-Lockdown erst einmal nichts, sagte RWI-Konjunkturexperte Thomas Meyer. Denn der Einfluss der betroffenen Bereiche auf die Produktion sei gering.

Allerdings bestehe die Gefahr, dass die Verunsicherung in der Bevölkerung zunehme und zu noch größerer Kaufzurückhaltung in den kommenden Monaten führe. „Dieses Risiko ist durch die gestern beschlossenen Maßnahmen noch größer geworden“, räumte der Konjunkturexperte ein.

In den vergangenen Monaten hatte sich die Wirtschaft in NRW deutlich besser geschlagen als ursprünglich erwartet. Für 2020 rechnet das RWI mittlerweile lediglich noch mit einem Rückgang der wirtschaftlichen Leistung um 4,5 Prozent. Noch im Sommer waren die Experten von einem Minus von 5,5 Prozent ausgegangen.

Die NRW-Wirtschaft habe in den vergangenen Monaten unter dem Strich die Hälfte der Verluste der Krise wieder aufholen können, sagte Pinkwart. „Die zweite Hälfte aufzuholen, wird angesichts der Schließungen in der Gastronomie und im Freizeitbereich allerdings erheblich schwieriger.“

(dpa)