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Corona-Krise: Misereor sorgt sich um Spenden

Hilfswerk sorgt sich um Spenden : Warum trifft Corona Misereor besonders?

Wegen der Corona-Krise fallen derzeit alle Gottesdienste aus. Deshalb kann am kommenden Fastensonntag in den katholischen Kirchen auch nicht für die Fastenaktion von Misereor gesammelt werden. Das Aachener Hilfswerk befürchtet, dass deshalb wesentlich weniger Geld für dringend notwendige Hilfsprojekte zusammenkommt, als es sonst der Fall ist, wie Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon im Gespräch mit Peter Pappert erklärt.

Wie dramatisch ist Corona für die Miseroer-Fastenaktion?

Martin Bröckelmann-Simon: Für uns bedeutet der Ausfall der Kollekte in den Kirchen am fünften Fastensonntag eine enorme Einbuße. 2019 haben wir rund zehn Millionen Euro gesammelt. In diesem Jahr ist nicht mit mehr als fünf Millionen zu rechnen. Die meisten Kirchgänger spenden in der Regel an diesem Tag und nutzen nicht die Möglichkeit von Überweisungen.

Das sind die Zahlen. Was steckt dahinter? Was ist konkret gefährdet?

Bröckelmann-Simon: Stündlich gehen bei uns Anfragen aus unseren 90 Partnerländern in Afrika, Asien und Lateinamerika ein. Wir werden um Hilfe gebeten im Kampf gegen die dort nun auch beginnende Corona-Seuche. Unsere Partner brauchen dringend Mittel für Prävention, Aufklärung und Schutzausrüstung. Der Einsatz für Straßenkinder in Indien ist zum Beispiel konkret gefährdet. Auch mit Kleinbauern muss unmittelbar vor Ort gearbeitet werden. Es geht nicht alles einfach virtuell. Zweitens sind wir gezwungen, finanzielle Eigenleistungen zu erbringen, wenn wir Mittel des Bundes in Anspruch nehmen.

Martin Bröckelmann-Simon , Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor. Foto: Misereor/-

Wenn keine Gottesdienste stattfinden können, was kann man tun, um Spenden zu sammeln?

Bröckelmann-Simon: Auf unserer Internet-Seite www.misereor.de gibt es viele Ideen vom virtuellen Fastenessen, bei dem gesammelt werden kann, bis hin zu Messdienern, die – unter Einhaltung aller notwendigen Schutzmaßnahmen – am Sonntag Palmsträuße an die Haustüren bringen und auf die Misereor-Kollekte hinweisen.

Was muss man wissen, wenn man spenden will?

Bröckelmann-Simon: Alle erforderlichen Informationen stehen auf unserer Homepage. Bei Fragen kann man eine Mail senden an info@misereor.de oder an spende@misereor.de, Telefon: 0241/442125. Die IBAN-Nummer für Spenden bei der Pax-Bank Aachen lautet: DE75370601930000101010.