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Corona-Krise: Arbeitslosigkeit in Aachen-Düren und NRW steigt

Folgen der Corona-Krise : Arbeitslosenzahlen in der Region und NRW steigen weiter

Die Einschränkungen der Corona-Pandemie treiben die Arbeitslosenzahlen in NRW weiter in die Höhe. Auch in der Region Aachen-Düren ist die Zahl der Arbeitslosen um knapp 1500 Menschen auf 43.279 gestiegen.

Im Mai seien in Nordrhein-Westfalen 757.118 Menschen arbeitslos gemeldet gewesen – 5,4 Prozent mehr als im April. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mit. Bereits im April war die Arbeitslosenzahl infolge des coronabedingten Einbruchs der Wirtschaft deutlich nach oben geschnellt. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai in Nordrhein-Westfalen um 0,3 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent. Damit liegt sie um 1,2 Prozentpunkte höher als im gleichen Zeitraum 2019.

Auch in der Region ist die Arbeitslosigkeit weiter gestiegen, wenn auch weniger stark von 7,2 Prozent auf 7,4 Prozent. Am stärksten hat es Geilenkirchen betroffen.

„Auch im Berichtsmonat Mai, in dem sonst üblicherweise die Arbeitslosigkeit stark zurückgeht, hatten die Auswirkungen des Coronavirus deutlichen Einfluss auf die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen in unserer Region“, so Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen ist gegenüber dem Vormonat weiter rückläufig und bewegt sich auf niedrigem Niveau.

Aber es gibt auch Lichtblicke: Nach den sehr starken Rückgängen in den Vormonaten nahm im Monat Mai die Zahl neu gemeldeter Arbeitsstellen gegenüber dem Vormonat erstmals wieder zu – und das direkt um knapp 40 Prozent. Arbeitgeber im Agenturbezirk Aachen-Düren meldeten im Mai insgesamt 1261 neue Stellen, das sind 256 mehr als im Vormonat. Rund 87 Prozent der neu gemeldeten Stellen waren sogar für unbefristete Beschäftigungsverhältnisse. „Die größte Nachfrage nach Arbeitskräften kommt im Monat Mai aus den Bereichen Handel, verarbeitendes Gewerbe sowie dem Bereich Gesundheit und Soziales“, so Käser.

„Erfreulich für uns ist, dass im Mai wieder etwas mehr Schwung in den Arbeitsmarkt gekommen ist“, sagte auch der Vorsitzende der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Torsten Withake. Mit 13.886 Betrieben haben im Mai deutlich weniger Unternehmen Kurzarbeit angezeigt als noch im März und April, als diese auf Rekordniveau lagen. In beiden Monaten waren in NRW der Arbeitsagentur zufolge zusammen knapp 159.100 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. „Ohne die Kurzarbeit und wenn sie nicht von so vielen Unternehmen in Anspruch genommen worden wäre, hätte die Arbeitslosigkeit viel mehr Menschen erreichen können“, erklärte Withake. In der Region Aachen-Düren befinden sich aktuell 9384 Unternehmen und rund 100.000 Menschen in Kurzarbeit.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in NRW forderte die Bundesregierung dennoch auf, staatliche Hilfen bereitzustellen, um die Konjunktur anzukurbeln und so auch Arbeitsplätze zu sichern. „Der DGB fordert gezielte Impulse zur Fachkräftesicherung über den Ausbildungsmarkt und für Investitionen in Klimaneutralität, aber auch in Projekte für Demokratie und Chancengleichheit“, sagte die DGB NRW-Vorsitzende Anja Weber. In Berlin dauerten die Beratungen über ein milliardenschweres Konjunkturprogramm am Mittwoch noch an.

Wie sich die zunehmenden Lockerungen auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt ausgewirkt haben, lässt sich aus den aktuellen Zahlen noch nicht ablesen, da die Daten bereits Mitte Mai erhoben wurden und somit die Corona-Beschränkungen noch nicht so weitreichend gelockert worden waren wie aktuell.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Artikels hatten wir die Arbeitslosenzahlen für Heinsberg, Erkelenz und Geilenkirchen vertauscht. Dies war ein Fehler, den wir inzwischen korrigiert haben.

(jas/dpa)