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Corona in NRW: Infektionen auf hohem Niveau stabilisiert

Corona in NRW : Infektionen auf hohem Niveau stabilisiert

Die hohe Zahl an Neuinfektionen führt zu mehr Corona-Patienten in den Krankenhäusern und auch zu mehr schweren Fällen. Wie sich der Verlauf der Pandemie entwickeln wird, ist laut NRW-Gesundheitsminister offen. Wichtig sei, mit den neuen Schutzmaßnahmen die Pandemie einzudämmen.

Die Coronavirus-Neuinfektionen haben sich in Nordrhein-Westfalen am Freitag auf einem hohen Niveau eingependelt. Zugleich stieg sowohl die Gesamtzahl der Covid-19-Patienten als auch die der schweren Fälle in den Kliniken des bevölkerungsreichsten Bundeslandes weiter. Die Zuwächse waren aber kleiner als am Vortag. Fast 10.000 Intensivplätze mit Beatmungstechnik sind landesweit frei.

„Wie sich der weitere Verlauf der Pandemie entwickeln wird, kann heute niemand mit Verlässlichkeit sagen. Das hängt natürlich auch maßgeblich davon ab, wie sich die Infektionsgeschwindigkeit entwickelt“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Je mehr Menschen sich infizierten, umso höher sei die Zahl der Menschen, die schwer erkranken und intensivmedizinisch behandelt werden müssen oder sogar sterben. „Umso wichtiger ist es, dass wir die Pandemie mit den aktuellen Maßnahmen, so gut es geht, eindämmen.“

Landesweit wurden 5504 neue positive Testergebnisse innerhalb eines Tages gemeldet, wie aus den Daten des Landeszentrums Gesundheit (LZG) vom Freitag (Stand 00:00) hervorgeht. Derzeit sind in NRW 56 000 Menschen infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg um 33 auf 2300.

Zugleich zeichnete sich etwas Entspannung bei der Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen ab. Sie war laut LZG erstmals seit rund zwei Monaten leicht rückläufig: Um 2,1 auf 116,2 im Vergleich zu Donnerstag.

In den Kreisen Euskirchen, Unna und Minden-Lübbecke waren allerdings null Neuinfektionen verzeichnet. Ein LZG-Sprecher betonte, es handele sich um die aktuell gültigen amtlichen Zahlen. Zu einzelnen Übertragungsfehlern könne es immer wieder kommen, wenn die Daten der Gesundheitsämter ans LZG geschickt würden - sie würden dann in der Regel am Folgetag nachgeliefert.

Die Gesamtzahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern von NRW stieg nach Daten der Landesregierung vom Freitag um 21 (Donnerstag: plus 111) auf 3220. Davon werden 734 intensivmedizinisch betreut - 6 (43) mehr als zuletzt. Darunter sind 480 Corona-Patienten, die auf Intensivplätzen mit Beatmungstechnik behandelt werden. Das sind 23 (29) Corona-Patienten mehr, die beatmet werden, als zuletzt.

Von den aktuell landesweit insgesamt 5548 Intensivbetten mit Beatmungstechnik sind demnach 964 frei. Die Gesamtzahl stieg dabei um 3 und die der freien Betten um 10. Am Donnerstag war die Zahl der verfügbaren Betten mit Beatmungstechnik noch um 42 zurückgegangen.

Die Krankenhausgesellschaft NRW erklärte, die Kliniken ergriffen je nach Lage Maßnahmen. „Man kann sagen, dass die Krankenhäuser situativ entscheiden, ob sie weitere Kapazitäten für Covid-19-Patienten schaffen müssen, ob sie planbare Operationen runterfahren oder nicht“, sagte ein Sprecher. Patienten, die einen OP-Termin haben, sollten in engem Kontakt mit dem Krankenhaus bleiben, riet er.

(dpa)