Frankfurt/Main: Contergan-Opfer kündigen neuen Protest an

Frankfurt/Main: Contergan-Opfer kündigen neuen Protest an

40 Jahre nach dem Contergan-Prozess kämpft ein Bündnis von Opfern um eine höhere Entschädigung. Mit Protestaktionen, Mahnwachen und Demonstrationen in diesem Jahr will die „Internationale Contergan- und Thalidomid-Allianz” (ICTA) unter anderem eine Verdreifachung der Renten und eine Entschuldigung durch den Staat und den Hersteller des schädlichen Schlafmittels erstreiten.

Das sagten die Mitgründer des Bündnisses, das deutsche Ehepaar Udo Herterich und Claudia Schmidt-Herterich, der „Frankfurter Rundschau”.

Die deutschen Renten liegen immer noch weit unter denen, die beispielsweise die britischen Opfer bekommen - „ein Unding”, sagte Udo Herterich. Zumal die Geschädigten auch früher und stärker als andere Menschen mit Altersbeschwerden wie Hüftproblemen zu kämpfen hätten.

Zudem ringen heute 170 Menschen allein in Deutschland um eine Anerkennung als Contergan-Geschädigte. Nach 1983 wurden aber prinzipiell keine neuen Opfer mehr offiziell anerkannt - bis zu einer neuen gesetzlichen Regelung, die erst im Juni 2009 in Kraft trat.

Am 10. April 1970 hatten sich Contergan-geschädigte Familien mit dem Pharmaunternehmen Grünenthal auf einen Vergleich geeinigt. Die Firma hatte sich damit zu einer Einmalzahlung von 100 Millionen Mark verpflichtet, die Eltern hatten im Gegenzug auf alle weiteren rechtlichen Schritte verzichtet.

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