CHIO-Auftakt: Bestes Wetter lockt 30.000 Besucher zum Soerser Sonntag

Aachen : Ein perfekter, heißer Sonntag lockt 30.000 Besucher in die Soers

„Ein bisschen zu“ sei das Wetter doch immer, bemerkte CHIO-Turnierdirektor Frank Kemperman am Soerser Sonntag auf der Bühne des Medienzentrums des Medienhauses Aachen augenzwinkernd. Mal ein bisschen zu nass, mal ein bisschen zu kalt, mal ein bisschen zu windig und an diesem Tag der offenen Tür des weltgrößten Reitsportevents — ein bisschen zu heiß.

„Aber es ist nun einmal wie es ist, und ein CHIO ohne Regen wäre mal etwas Neues“, sagte Kemperman angesichts der Prognose, dass es auch in der anstehenden Turnierwoche sonnig und heiß bleiben soll.

Der Fohlenhof Farbenfroh machte seinem Namen alle Ehre: Beim Gottesdienst mit dem Thema „Arche Noah“ stellten die Sulky-Fahrer mit den Shetlandponys einen Regenbogen dar.

Dabei passte das sonnige, heiße Wetter bestens zum Thema des kostenlosen Publikumstages, mit dem für viele Aachener der CHIO richtig losgeht und der dem Ferienbeginn gewidmet war. Und wer will schon Ferien bei 14 Grad und Nieselregen? Dann doch lieber 30 Grad und Sonnenschein. Das oder etwas Ähnliches müssen auch die 30.000 Besucher gedacht haben, die am Sonntag in die Soers geströmt sind.

CHIO-Maskottchen Karli begrüßte die Zuschauer am Abreiteplatz, auf dem das offizielle Programm beim Soerser Sonntag stattfindet.

Die ersten waren schon vor 11 Uhr da und schlenderten durch die Zeltstadt oder machten Schnappschüsse mit Maskottchen Karli, der überall für gute Laune sorgte. Knapp 6000 Besucher steuerten auch das Dressurstadion an, in dem der traditionelle ökumenische Gottesdienst stattfand und mit dem der Soerser Sonntag offiziell beginnt. Geleitet von Pfarrer Olaf Popien und Pfarrer Franz-Josef Radler lautete das Motto des Gottesdienstes „Arche Noah“, das die Schaubildgruppe Lobberich optisch in Szene setzte.

Als Tiere verkleidete Kinder, echte Tiere wie Kühe, Pferde, Alpakas und Ziegen, sechs Sulkys — gezogen von Shetlandponys — und eine etwa 20 mal 10 Meter große Arche aus Baustoffplanen waren der Blickfang im Dressurstadion. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Kinder- und Jugendchor St. Katharina Aachen-Forst unter der Leitung von Frank Sibum sowie von Markus Bote (Bass), Martin Kopp (Klavier), Andreas Plum (Schlagzeug) und Martin Rohdich (Gitarre) gestaltet.

Kleine Erfrischungen am Brunnen waren beim Soerser Sonntag angesichts von Temperaturen um die 30 Grad und Sonnenschein sehr beliebt — besonders bei den jüngeren Besuchern, die den Ferienauftakt beim CHIO genießen dürfen. Foto: Harald Krömer

Nach dem Gottesdienst zog es die Besucher dann auf das Gelände. Bis zum Start des offiziellen Programms auf dem Abreiteplatz war eine kleine Pause von den Organisatoren eingeplant worden. Zeit, in der die Zuschauer das Angebot der Aussteller begutachteten, ins Springstadion flanierten, in dem sich wie gewohnt die Handwerkskammer mit verschiedenen Ständen präsentierte, oder die zahlreichen Interviews auf der Bühne unseres Medienzentrums verfolgten. Viele, besonders jene mit jüngeren Kindern, zog es aber auch zu den Brunnen, die eine willkommene Erfrischung boten. Auch schattige Plätzchen unter Bäumen oder Sonnenschirmen waren sehr beliebt.

Am frühen Nachmittag lockte dann das umfangreiche Programm auf dem Abreiteplatz. Unter anderem wurden dort die Reitsportdisziplinen Fahren, Voltigieren, Vielseitigkeit, Dressur und Springen vorgestellt — die fünf Disziplinen, die bei den Wettkämpfen des CHIO gezeigt werden.

Besonders viel Spaß hatten die Menschen an der Ponyprognose, bei der bereits rund drei Stunden vor Anpfiff des Finales bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Sieger vorhergesagt wurde. Die Ponys wollten aber gar nicht ihrer eigentlichen Bestimmung nachkommen und liefen erst einmal munter über den Abreiteplatz, bis sich schließlich „Frankreich“ zusammenriss und als erstes Pony den Eimer mit den Möhren erreichte. „Das Ergebnis gilt, wir werden es nach Russland übermitteln“, erklärte Moderator Volker Raulf, was der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) offensichtlich sofort getan hat, schließlich hielten sich die Fußballer an die Aachener Prophezeiung.

Wie immer, nur ganz anders

Neben Reitsport und Fußball gab es in der Soers nur ein Thema: „Das Wetter? Das ist doch perfekt“, bemerkte etwa Volker Raulf. „Das ist doch typisches CHIO-Wetter — nur einmal ganz anders.“

Perfekt lautete auch das Fazit von Frank Kemperman am Ende des Publikumstages. „Wir sind superzufrieden, die Menschen lieben den Soerser Sonntag. Als wir diesen Tag der offenen Tür vor genau 20 Jahren ins Leben gerufen haben, war es als einmaliges Geschenk an die Aachener geplant. So kann's gehen“, erklärte der Turnierleiter lachend, der kein bisschen zu kritisieren hatte. „Heute waren 30.000 Menschen hier, das Wetter hat gepasst — ein perfekter Tag. So darf es weitergehen.“

Mehr von Aachener Nachrichten