CHIO 2018: China ist das diesjährige Partnerland

Aachen : China ist das Partnerland des CHIO 2018

Der plüschige Drache, die Bewegungen zweier sich verbiegender Artistinnen, deren Kunststücke bereits beim Zusehen weh taten, und die Jonglagekunst eines Mannes mit einer großen Vase im landestypischen Muster waren doch schon sehr eindeutige Hinweise auf das diesjährige Partnerland des CHIO, der vom 13. bis 22. Juli in der Aachener Soers ausgetragen wird.

Als Turnierdirektor Frank Kemperman die neugierigen Medienvertreter bei der Pressekonferenz am Freitag im Roncalli-Zeltpalast an der Albert-Servais-Allee zur Bekanntgabe des Landes dann auch noch mit einem freundlichen „ni hao“ begrüßte, war schnell klar: Auf Schweden und die Niederlande folgt nun China — das 16. Partnerland des Weltfestes des Pferdesports steht fest.

Chinesische Artistik und kunterbunte Highlights erwarten die Besucher des diesjährigen CHIO sowie der Eröffnungsfeier. Foto: Andreas Steindl

Und das, obwohl „China nicht unbedingt ein Pferdeland ist“, wie Carl Meulenbergh, Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), gleich vorwegnahm. „Es besteht seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit mit China, insbesondere mit Peking“, so Meulenbergh. Unter anderem ist das CHIO-Team seit 2012 Mitausrichter eines Reitturniers im Birde_SSRqs Nest, dem Olympiastadion von Peking. China hätte zudem schon sehr lang auf der Liste möglicher Partner gestanden. „Es ist ein Partnerland geworden, zu dem wir eine immer stärkere Beziehung aufbauen wollen.“

Zum CHIO gehöre neben dem Pferdesport eben auch „Top-Unterhaltung“. Diese könne China bieten. Denn ein Teil dieser Unterhaltung ist die 90-minütige Eröffnungsfeier am 17. Juli im Hauptstadion, die nun im dritten Jahr live im TV übertragen wird. „Mit den Jahren ist die Eröffnungsfeier größer und größer geworden“, sagte Kemperman. Und Meulenbergh verriet: „Das Niveau wird dieses Jahr ein sehr hohes sein.“

„Keine Kutschen“

„Mit Schweden und Holland hat man viel Bekanntes gesehen, weil die Länder uns nah sind. Dieses Mal wird es ganz anders sein“, sagte Kemperman. Denn es werden Artisten des chinesischen Nationalzirkus mit dabei sein, Löwen- und Drachentänze sollen zu sehen sein, aber auch ein Feuerwerk wird es zur Eröffnungsfeier geben. Auch wenn Pferde eher weniger Fans davon seien, aber es werde eine gute Lösung geben. „Lassen Sie sich überraschen von dieser Kultur“, sagte Kempermann.

Zudem habe man die Trommlerperformance-Gruppe „Manao — Drums of China“, die bereits bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2008 in Peking aufgetreten ist, gewinnen können. „Eine Gruppe Damen, die sehr beeindruckend ist“, so Kemperman. Und auch das typische „Ying und Yang“-Motiv werde nicht fehlen. Dies könnte beispielsweise mit Pferden dargestellt werden.

Doch auch wenn Pferde Teil der Eröffnungsfeier sein werden, Kutschen gebe es in diesem Jahr nicht, so Kemperman. Schließlich gebe es keine große Pferdetradition in China. „Es wird eine ganz andere Eröffnungsfeier“, so Kemperman weiter. Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters, unterstützt das Team in diesem Jahr wieder bei Choreographie, Dramaturgie und Inszenierung.

Menschen zusammenbringen

Mit „ganz anders“ spricht Kemperman an, dass der Fokus bei der Eröffnungsfeier nicht nur auf dem Pferd liegen werde. „Wir sind ein Weltfest des Pferdesports und wir wollen Länder aus der Welt präsentieren.“ Nach Brasilien im Jahr 2012 verlasse man nun erneut die Grenzen Europas. „Es ist auch unsere Aufgabe, Kulturen anderer Länder zu zeigen.“

Auf die Frage, ob man sich auch bezüglich der politischen Situation Gedanken gemacht habe, entgegnete der Turnierdirektor: „Wir sind eine rein sportliche Veranstaltung. Wir wollen nicht über die Politik im Land diskutieren.“ „Wir wollen einfach Menschen zusammenbringen“, ergänzte Meulenbergh. Daher werde auch die chinesische Gemeinde in Aachen mit einbezogen. „Insbesondere viele Studenten und Schüler werden bei der Show dabei sein“, so Kemperman weiter, schließlich bräuchte man erneut viele Statisten.

Als sportlichen Vertreter wird China den 28-jährigen Vielseitigkeitsreiter Alex Hua Tian nach Aachen entsenden.

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