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Aachen: „Chicanos” vor Gericht: Schutzgelder im Namen der „Bandidos”

Aachen : „Chicanos” vor Gericht: Schutzgelder im Namen der „Bandidos”

Nicht Mitglieder des Motorradclubs „Bandidos” selbst, sondern Mitglieder eines sogenannten Supporterclubs namens „Chicanos” stehen seit Donnerstag vor Gericht.

Vor der 1. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht müssen sie sich wegen vollendeter und versuchter räuberischer Erpressung und wegen Körperverletzung verantworten.

Wie jüngst erst sieben „Bandidos”, so stehen jetzt die Angeklagten Steven K. (29) aus Würselen und Tobias L. (24) aus Alsdorf vor Gericht, weil sie nach Meinung der Staatsanwaltschaft Aachen zwischen Juni und August 2011 von einzelnen Personen Schutzgelder erpressen wollten.

Der erste Fall bezieht sich auf den Angeklagten K.: Er soll ab dem 1. Juni 2011 in Alsdorf zunächst 300 Euro von einem Mann erpresst haben. Wenn er nicht zahle, bekomme er Prügel, schüchterte er und ein weiterer Täter den Mann ein. Das Opfer sollte dann, um keinen Ärger mit den „Bandidos” zu bekommen, pro Monat regelmäßig 600 Euro bezahlen, dies in Raten jeweils am 1. und 15. des Monats.

Doch das Opfer zahlte nicht, traf später zufällig in einem Supermarkt auf den Erpresser. Der soll ihm zunächst ein blaues Auge geschlagen und später dann zum Bankautomaten gezerrt haben. Dort ließ K. ihn 490 Euro abheben. Der zweite Angeklagte, Tobias L., soll anderweitig 200 Euro erpresst haben. Als sein Gegenüber nicht zahlen wollte, habe er gedroht, „ihm jeden Tag einen Knochen” brechen zu wollen.

Zu einer weiteren versuchten Schutzgelderpressung und zu Körperverletzungen soll es Mitte August in Aachens Bordellmeile Antoniusstraße gekommen sein. Dort betreiben die „Bandidos” ein Bordell, in man von einem Opfer 1000 Euro erpressen wollte. Als sie das Opfer allerdings nicht finden konnten, verprügelten sie stattdessen seine beiden Freunde. Der Prozess geht am 5. März weiter.