Aachen: Center for Biohybrid Medical Systems: Spitzenforschung für den Körper

Aachen : Center for Biohybrid Medical Systems: Spitzenforschung für den Körper

Der Neubau steht, die weißen Kittel liegen bereit, und an künftigen Aufgaben dürfte es ebenfalls nicht mangeln. Bei der Eröffnung des Center for Biohybrid Medical Systems (CBMS) am Freitag wurde auf dem Campus Melaten der Grundstein für die Erforschung einer weiteren Zukunftstechnologie gelegt.

Wissenschaftler des RWTH-Clusters Biomedizintechnik werden dort nun auf rund 5600 Quadratmetern an der Kombination von biologischen und technischen Komponenten für den Einsatz im menschlichen Körper forschen.

Das klingt abenteuerlich, ist aber schon heute weit fortgeschritten und vor allem: hochkomplex. Dabei geht es etwa um die Entwicklung von Implantaten für die Unterstützung der Lunge oder des Herz-Kreislauf-Systems, die anders als bisher nicht mehr aus rein synthetischen Werkstoffen hergestellt werden. Von der dadurch erreichten besseren Verträglichkeit von Implantaten und Pharmazeutika sollen letztlich vor allem die Patienten profitieren, wie NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen sagte.

„Mit dem neuen Forschungsbau erfolgt ein weiterer Schritt zur biomedizinischen Schwerpunktbildung hier in Aachen“, betonte sie. Um diesen Standort voranzutreiben haben das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund den Neubau immerhin mit 40 Millionen Euro gefördert. Solche Investitionen seien aber notwendig, um Spitzenforschung zu betreiben, da nur so Innovationen für praxistaugliche Produktionsprozesse garantiert werden könnten, ergänzte Thomas Rachel, Staatssekretär im Bundesbildungsministerium.

Genau darauf werde man bei der RWTH in Zukunft ebenfalls achten, wie Rektor Ernst Schmachtenberg erklärte. „Die Produktion war immer eine unserer Stärken, und damit die Forschungsergebnisse der Biomedizin allen Menschen zur Verfügung stehen können, müssen sie auch wirtschaftlich hergestellt werden können.“ Dazu gehören neben Implantaten auch Nano-Partikel zur Tumorbekämpfung oder neuartige Bildgebungsverfahren zur Krankheitsdiagnostik. Wie auch die bisherigen Forschungsbauten an der Forckenbeckstraße wurde dieses vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW gebaut. Dazu war auch Oberbürgermeister Marcel Philipp erschienen: „Jedes Mal erlebe ich einen Aha-Effekt und sehe Zukunftsforschung, die erstaunlich schnell in das Leben der Menschen Einzug hält.“