Caritas lobt den Teresa-Bock-Preis aus. 10.000 Euro Preisgeld

Teresa-Bock-Preis ausgelobt : Ideen für das Zusammenleben in einer digitalen Welt gesucht

Die Caritas lobt zum vierten Mal den Teresa-Bock-Preis aus. Thema: „MitMenschlichkeit – sozial trifft digital!“. Ausdrücklich sind nicht-kirchliche Projekte eingeladen, sich zu bewerben. Der Gewinner erhält 10.000 Euro.

Technische Ideen bringt die Digitalisierung reichlich hervor. Sprachassistenten, Pflegeroboter, 3D-Drucker, Messenger-Dienste. Doch wie ist es mit dem sozialen Aspekt? „Angesichts der Verrohung von Teilen der Gesellschaft sind wir nicht auf dem richtigen Weg“, sagt Burkard Schröders, Diözesancaritasdirektor, aus tiefster Überzeugung. „Wir brauchen neue Ideen“. Die sucht die Caritas-Gemeinschaftsstiftung, dessen Vorstandschef Schröders ist, mit dem nun zum vierten Mal ausgelobten Teresa-Bock-Preis. Das Motto lautet: „MitMenschlichkeit – sozial trifft digital!“.

Gesucht wird etwas, bei dem sich Soziales und Digitales gut ergänzen und einander nutzen. Die eingereichten Beiträge sollen zum Beispiel zeigen, wie neue technische Möglichkeiten genutzt werden können, um den Alltag von Menschen zu verbessern – bei der Kommunikation, Betreuung, Bildung oder Beratung und in der Pflege, Prävention oder Inklusion. „Wir hoffen auf viele jecke Ideen, mit denen wir den zwischenmenschlichen Aspekt und die Teilhabe aller an der Gesellschaft voranbringen“, sagt Schröders. „Das entdeckt kein Foschungsinstitut.“

„Den Chancen und Risiken stellen“

Weihbischof Johannes Bündgens, Stiftungsratsvorsitzender, sieht in dem „anspruchsvollen Thema“ Digitalisierung eine Herausforderung für die Kirche. Auch der Diözesancaritasdirektor räumt ein, dass die Caritas dem Thema Digitalisierung bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. „Wir müssen uns den Chancen und Risiken stellen“, sagt er. Die Teilhabemöglichkeiten seien dank neuer Techniken gestiegen. „Doch wie schaffen wir es, dass Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht Schritt halten können mit der Entwicklung, nicht völlig abgehängt werden und durch die Maschen fallen?“

Die Digitalisierung werde meist nur aus einer wirtschaftlichen Perspektive betrachtet, sagt Joachim Söder, Philosophieprofessor an der Katho Aachen und Jurymitglied des Teresa-Bock-Preises. „Aber die Digitalisierung ist nicht nur eine technische Revolution. Sie wird die Formen des sozialen Lebens und der Kommunikation auf den Kopf stellen“, sagt Söder. Deswegen lautet sein Appell: „Wir dürfen die Diskussion nicht den Ökonomen überlassen!“ Die Frage sei, welche ethischen Regeln es geben könnte und wie das Digitale und das Soziale zusammengehen könnten, „damit es zu einer Globalisierung der Humanität kommt“.

Jeder kann Projekte einreichen

Der Preis richtet sich ausdrücklich nicht nur an kirchliche Initiativen. „Alle Akteure, die sich für das Thema interessieren, sind eingeladen, sich zu beteiligen“, sagt Schröders. Nadine Zillekens vom Jugendtreff „Space“ in Aachen-Walheim, Preisträger 2017, macht potenziellen Bewerbern Mut: „Man muss nur einen Bewerbungsbogen ausfüllen und kann dann seiner Kreativität freien Lauf lassen.“ Ihr Musikprojekt „Freiheit“, bei dem junge Flüchtlinge ihre Flucht verarbeiten können, hat mit dem Preisgeld eine tragbare Tonanlage kaufen und sich mit anderen Projekten in Deutschland vernetzen können.

(cs)
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