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Ermordeter Kasseler Regierungspräsident: Bundesweit Durchsuchungen nach Internet-Hetze gegen Walter Lübcke

Ermordeter Kasseler Regierungspräsident : Bundesweit Durchsuchungen nach Internet-Hetze gegen Walter Lübcke

In einer bundesweit konzertierten Aktion sind Polizei und Staatsanwaltschaft gegen 40 Beschuldigte wegen Internet-Hetze gegen den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke vorgegangen.

Die Durchsuchungen und Vernehmungen am Donnerstag hätten sich auf zwölf Bundesländer erstreckt mit Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern. Das teilte die bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelte Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) mit.

In NRW führt das ZAC Verfahren gegen sechs Männer im Alter von 25 bis 61 Jahren aus Köln, Bonn, Düsseldorf, Wuppertal und Krefeld. Gegen sie bestehe der Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten, der Billigung von Straftaten und des Verunglimpfens des Andenkens Verstorbener, sagte Staatsanwalt Christoph Hebbecker. Ein siebter ähnlich gelagerter Fall sei bei der Staatsanwaltschaft Duisburg anhängig.

Lübcke, der sich engagiert für Flüchtlinge eingesetzt hatte, war in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Wohnhauses im Kreis Kassel mit einem Kopfschuss getötet worden. Die Ermittler gehen von einer rechtsextremistischen Motivation der mutmaßlichen Täter aus. Am 16. Juni beginnt der Mordprozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt gegen den Hauptverdächtigen Stephan E. und dessen mutmaßlichen Unterstützer Markus H.

(dpa)