NRW-AfD tief zerstritten: Bundesvorstand soll Machtwort sprechen

NRW-AfD tief zerstritten : Bundesvorstand soll Machtwort sprechen

Bei der AfD in Nordrhein-Westfalen hängt der Haussegen schief. Seit Monaten liefern sich die beiden Landesvorsitzenden Thomas Röckemann und Helmut Seifen öffentlich ausgetragene Scharmützel.

Am Donnerstag forderte Röckemann in einer mit Kritik an Seifen gespickten Pressemitteilung: „Hier sollte der Bundesvorstand handeln.“

Jüngster Auslöser ist ein Brief von AfD-Bezirksvorsitzenden mit der Aufforderung an die zerstrittenen Landeschefs und Landtagsfraktionskollegen, „zumindest auf Arbeitsebene zum Miteinander zu finden“. Mehrere Medien hatten darüber berichtet. Ein Sprecher der Landtagsfraktion bestätigte den Briefwechsel auf dpa-Anfrage.

Seifens Antwort lege nahe, die vom Verfassungsschutz beobachtete Sammelbewegung „Der Flügel“ unterwandere den Landesverband, kritisierte Röckemann. Demnach werde „quasi eine Machtbasis für den thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke installiert und damit eine Spaltung der Partei betrieben“, umreißt Röckemann die Befürchtungen seines Co-Vorsitzenden.

Mit dessen unbewiesenen, über die Medien lancierten Behauptungen spiele Seifen dem politischen Gegner in die Hände, stellte Röckemann fest. Daher sei nun der Bundesvorstand gefragt. Röckemann gilt als Höcke-Sympathisant. Wenn Höcke zwei Mal im Jahr in NRW auftrete, sei das noch „kein Beweis für die Unterwanderung des Landesverbands mit anschließender Machtübernahme durch Mitglieder des Flügels“, argumentierte Röckemann. Die AfD sitzt seit Mai 2017 im NRW-Landtag.

(dpa)
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