Aachen: Brutale Bluttat: Messerattacke in Anwaltskanzlei

Aachen: Brutale Bluttat: Messerattacke in Anwaltskanzlei

Als die Polizei den schlanken, graumelierten Mann abführt, wirkt er gefasst. Er wird in einen Streifenwagen gesetzt und ins Präsidium gefahren. In diesem Moment kämpfen eine Notärztin und Rettungskräfte wenige Meter entfernt noch um das Leben einer jungen Frau.

Im dritten Stockwerk eines Geschäftshauses an der Vereinsstraße liegt sie blutüberströmt in einer Anwaltskanzlei.

Was Oberstaatsanwalt Robert Deller später als Zusammenfassung der ersten Erkenntnisse schildert, ist furchtbar: Gegen 15.30 Uhr betritt der mutmaßliche Täter, ein 43-Jähriger, die Rechtsanwaltskanzlei. Dort sitzt in diesem Augenblick eine 34-jährige Angestellte alleine am Empfang.

Ohne Vorwarnung, so Deller, greift der Täter an. Immer wieder sticht er auf die Frau ein. Sie erleidet schließlich eine Vielzahl von Verletzungen sowohl im Bauchraum wie auch am Hals und an den Händen.

Trotz ihrer schweren Verletzungen schafft es die 34-Jährige noch, die Notrufnummer zu wählen. Ein Großaufgebot rast zur Vereinsstraße, ein Polizeiwagen wird dabei noch in einen Unfall verwickelt. Fünf Streifenwagen treffen schnell vor Ort ein, dazu Rettungs- und Notarztfahrzeug.

Der Täter wird dingfest gemacht, als er gerade das Haus verlassen will. Die verletzte Frau wird ins Krankenhaus gebracht und dort sofort operiert. Am Abend war sie laut Deller in stabilem Zustand, aber wegen der Vielzahl der Verletzungen noch nicht außer Lebensgefahr.

Über die Hintergründe der Tat - etwa darüber, ob sich die beiden kannten - kann Deller zunächst nichts sagen. Der 43-Jährige verweigert die Aussage, die Frau ist nicht vernehmungsfähig, weitere Zeugen gab es nicht. Ermittelt wird wegen versuchten Totschlags.

Insgesamt ist dies bereits die dritte Messerattacke binnen kurzer Zeit in Aachen. Jedesmal waren Frauen die Opfer, in allen Fällen trugen sie schwere Verletzungen davon.

Erst kürzlich war am Theaterplatz die Leiterin einer Jobagentur von einem Mann angegriffen worden. In Burtscheid war zuvor die Mitarbeiterin eines Drogeriemarktes bei einem Raubüberfall vom Täter ebenfalls mit einem Messer attackiert worden.