Waldschützer: Bagger gräbt Hambacher Forst Wasser ab

Waldschützer besorgt, RWE verneint : Bagger gräbt Hambacher Forst Wasser ab

Umweltschützer befürchten, dass der Energiekonzern RWE dem Hambacher Forst das Wasser abgräbt. Auf einer Luftaufnahme in einem Tweet ist zu sehen, wie ein Bagger in großer Nähe in Richtung des Waldes gräbt.

„Jetzt hat RWE wohl einen Weg gefunden, den Hambacher Forst endgültig zu vernichten“, stellte Waldführer Michael Zobel fest, der sich seit Jahren für den Erhalt des Waldes am Tagebau Hambach engagiert. Das Schaufelrad des Baggers sei nur noch 150 Meter von den Bäumen entfernt. „So wird das Überleben des Waldes immer schwieriger. Das wenige Wasser wird dem Boden entzogen“, stellte er fest. RWE bestätigte, dass das Foto die Abbausituation im Tagebau Hambach zeigt, widersprach aber am Donnerstag der Darstellung.

Wegen der Grundwasserabsenkung lebten die Bäume von Niederschlagswasser, teilte ein RWE-Sprecher mit. Im Boden gebe es eine Stauschicht aus Ton oder Lehm, aus der sich die Wurzeln der Bäume und Pflanzen mit Wasser versorgten. Der Wald sei nicht vom Grundwasser oder einem nahen Tagebau beeinflusst.

Der Bagger werde sich noch weiter auf den Wald zubewegen und „im angemessenen Abstand Halt machen“, sagte RWE-Sprecher Guido Steffen. Die Oberkante des Abbaus liege jetzt und bis auf Weiteres im genehmigten und vom Rodungsstopp des Oberverwaltungsgerichts nicht betroffenen Bereich.

„Die Trockenheit hat dem Wald stark zugesetzt“, sagte der Sprecher des Umweltverbands BUND NRW, Dirk Jansen. Je näher der Bagger an den Wald komme, desto größer sei das Risiko, die Stauschicht anzuschneiden und dass dann das Wasser ablaufe. RWE solle jeglichen Anschein vermeiden, „den Wald weiter gefährden zu wollen“.

(dpa)
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