Staatsanwaltschaft verzichtet auf Revision im Fall "Eule"

Hambacher Forst : Das Urteil gegen Aktivistin „Eule“ ist rechtskräftig

Das Urteil gegen Paula W., die sich selbst nur „Eule“ nennt, ist rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft Aachen verzichtet auf eine mögliche Revision. Die 19-jährige Aktivistin war vom Landgericht Köln in einer Berufungsverhandlung wegen eines tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte und versuchter gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden.

Sie soll bei der Räumung der Baumhäuser das Gesicht einer Polizistin mit ihren Stiefeln nur knapp verfehlt haben. So bewertete es der Richter am Amtsgericht in Kerpen, so sah es auch der Richter in Köln in der nächsten Instanz.

Die Strafe der Großen Jugendkammer indes fiel milde aus: Den verhängten dreiwöchigen Jugendarrest muss Paula W. nicht antreten, da sie fast sechs Monate inhaftiert worden war. Ableisten muss sie dagegen 40 Sozialstunden im Natur- und Umweltschutz. Die Staatsanwaltschaft hatte in beiden Instanzen eine einjährige Haftstrafe ohne Bewährung gefordert.

Der Anklagevertreter registrierte „schädliche Neigungen“. Er ging von einer tiefgreifenden Störung aus und machte keine positive Sozialprognose aus. Hartnäckig lehne sie das System ab, das eigene Verhalten habe sie nie reflektiert.

Paula W. hatte ihre Identität in den beiden Prozessen nicht offengelegt. Sie nannte sich nur „Eule“. Enttarnt wurde sie schließlich nach einem Bilderabgleich der Einwohnermelderämter. Paula W. wurde im Jahr 2000 am Prenzlauer Berg in Berlin geboren.

Auf die junge Frau wartet noch ein weiteres Verfahren. Während der Zeit in der U-Haft soll sie einen Vollzugsbeamten getreten haben, ein paar Tage nach ihrer Haftentlassung im März soll sie bei einer Demonstration in Berlin erneut Widerstand geleistet haben.

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