Tagebaudörfer: RWE lehnt Stopp der Garzweiler-Umsiedlungen ab

Tagebaudörfer : RWE lehnt Stopp der Garzweiler-Umsiedlungen ab

Der Energiekonzern RWE lehnt einen Stopp der Umsiedlungen am Braunkohletagebau Garzweiler weiter entschieden ab.

Sie müssten „aus sozialen und energiewirtschaftlichen Gründen planmäßig und vollständig abgeschlossen werden“, sagte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz am Freitag bei der RWE-Hauptversammlung in Essen.

Anwohner fordern unter dem Motto „Alle Dörfer bleiben“, dass auf die geplanten Umsiedlungen mehrerer Ortschaften verzichtet wird. RWE hatte dagegen mitgeteilt, mit mehr als der Hälfte der Besitzer bereits Verträge über den Ankauf ihrer Grundstücke geschlossen zu haben. An den neuen Standorten seien bereits zahlreiche neue Häuser gebaut worden oder befänden sich im Bau.

Schmitz betonte zudem, die Kohle aus Garzweiler werde schon in den frühen 2020er Jahren benötigt, um die verbleibenden Kraftwerke weiterhin versorgen zu können. Dies stehe auch im Einklang mit den Empfehlungen der Kohlekommission. Dem hätten auch die Umweltverbände in der Kommission zugestimmt. Dazu müssten sie jetzt auch stehen.

Im März 2019 demonstrierten Tagebaugegner bei einem Sternmarsch gegen die Zerstörung der Tagebauorte. Hier fotografiert eine Demonstrantin in Keyenberg den sogenannten „Friedhof der zerstörten Dörfer“, der von der Initiative „Alle Dörfer bleiben“ errichtet worden war. Jedes Ortsschild symbollisiert einen für den Tagebau umgesiedelten Ort. Foto: dpa/Bernd Thissen
(dpa)
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