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Mehrere Aktionen in Lützerath: Protest von Braunkohlegegnern beschäftigt Polizei

Mehrere Aktionen in Lützerath : Protest von Braunkohlegegnern beschäftigt Polizei

Verschiedene Protestaktionen haben im Verlauf der Woche am Tagebau Garzweiler stattgefunden. Es wurden Demonstrationen abgehalten, Straßen gesperrt und Bagger blockiert. Die Polizei sah sich gezwungen, gegen die Aktivisten vorzugehen.

Am Mittwochmorgen hatten sich im Bereich der ehemaligen L277 eine Gruppe von 20 bis 30 Personen eingefunden, um zu protestieren. Zeitweise versuchten einige der Demonstranten mit ihrer Anwesenheit den laufenden Baggerbetrieb zu stören. Während sich ein Großteil der Menschen friedlich verhielt, lief eine Frau in den abgesperrten Sicherheitsbereich eines dort arbeitenden Baggers.

Sie konnte von RWE-Mitarbeitern gestoppt werden. Dabei stürzte sie und erlitt leichte Verletzungen. Die Person verhielt sich anschließend gegenüber den eingesetzten Polizisten unkooperativ und sperrte sich gegen die Beamten. „Mit einfacher körperlicher Gewalt“, wie es im Polizeibericht heißt, wurde sie aus dem Bereich entfernt und zur Feststellung der Personalien in Gewahrsam genommen. Gegen sie wurde eine Strafanzeige gefertigt; nachmittags wurde sie wieder entlassen.

Am Folgetag kam es in der Ortschaft Lützerath zu einer weiteren Aktion. Drei Personen hatten über eine Straße und Wege Seilkonstruktionen gespannt und hielten sich in diesen auf. Eine war so installiert, dass es zu Behinderungen des Verkehrs kam. Nach mehrmaliger Ansprache durch die Beamten verließ die betreffende Person freiwillig ihr Bauwerk. Da keine weiteren Behinderungen oder gar Gefahren bestanden blieben die anderen Aktivisten vor Ort unbehelligt.

Freitags kam es rund um Lützerath erneut zu einer Demonstration. Zwischen 9 Uhr und 14 Uhr protestierten rund 30 Personen friedlich. Die Teilnehmer der Versammlung verweilten anschließend weiter in diesem Bereich. Drei dieser Personen versuchten gegen am Nachmittag einen Bagger, der für die Baumfällarbeiten von RWE vorgesehen war, zu besetzen. Zwei leisteten Widerstand gegenüber den einschreitenden Polizeibeamten, während etwa 20 Teilnehmer der ursprünglichen Demonstration die Zufahrt nach Lützerath blockierten. Polizisten begleiteten oder trugen diese Personen aus dem Weg.

Höhenretter der Polizei entfernten im Bereich zweier Zufahrtstraßen nach Lützerath mit Hilfe von technischem Gerät insgesamt drei Personen aus den Seilkonstruktionen und Hängematten, die über die Fahrbahn und Zuwege gespannt waren. Zwei dieser Personen wurden zur Feststellung der Identität ins Gewahrsam transportiert. Später konnten RWE-Mitarbeiter die Baumfällarbeiten in diesen Bereichen fortführen.

(red/pol)