Hambacher Forst: Treffen von RWE und umweltschützern

Hambacher Forst: Treffen zwischen RWE und Umweltschutzverbänden ergebnislos

Roden oder doch noch warten? Im Konflikt um den Hambacher Forst gab es jetzt noch einmal einen Verständigungsversuch. Danach stellte RWE klar: „Es bleibt bei dem derzeit geplanten Rodungsbeginn.“ Lediglich in einem Punkt sei man sich einig.

Ein Verständigungsgespräch über den Hambacher Forst zwischen dem Energiekonzern RWE und Umweltschutzverbänden ist ergebnislos zu Ende gegangen. Man habe sich nicht angenähert, teilten RWE und Greenpeace am Dienstag mit. Greenpeace, der BUND und der Deutsche Naturschutz Ring (DNR) hatten gefordert, die geplanten Rodungen auszusetzen, bis die derzeit tagende Kohlekommission ihre Arbeit abgeschlossen hat.

RWE bot bei dem Gespräch am Montag in Essen an, erst ab dem letzten geplanten Sitzungstag der Kohlekommission am 15. Dezember mit dem Fällen der Bäume zu beginnen. Dafür sollten die Verbände im Gegenzug aber die Rodung des Waldes akzeptieren. „Dazu waren die Umweltverbände nicht bereit“, teilte RWE mit. „Damit bleibt es bei dem derzeit geplanten Rodungsbeginn ab Mitte Oktober.“

Einig seien sich RWE und die Umweltverbände lediglich in der strikten Ablehnung von Gewalt. „Einen gemeinsamen Appell gegen Gewalt als Zeichen der Deeskalation lehnten die Umweltverbände aber ebenfalls ab“, teilte RWE mit. Konzernchef Rolf Martin Schmitz mahnte, auch die Zivilgesellschaft müsse die Spielregeln des Rechtsstaats einhalten: „In ihren Grenzen ist kein Raum für Hetze und Gewalt.“

Anton Hofreiter kritisiert Armin Laschet

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Anton Hofreiter, kritisierte, dass NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nicht vermitteln wolle. „Herr Laschet will hier offenbar den harten Hund raushängen lassen, weil er unter Druck des rechten Flügels der CDU steht“, sagte Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur. „Er fällt damit natürlich der Bundeskanzlerin in den Rücken, weil das die Arbeit in der Kohlekommission nur erschwert.“ Hofreiter besuchte am Dienstag erneut den Hambacher Forst und rief dort zur Gewaltlosigkeit auf.

Der energiepolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Lorenz Gösta Beutin, forderte, Kanzlerin Merkel müsse „endlich aus ihrem Schneckenhaus aus Berlin in den Hambacher Forst und ihr Amt und Ansehen in die Waagschale werfen“.

Der Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen gilt als Symbol des Widerstands gegen die Kohle. RWE will für den Braunkohleabbau mehr als 100 der verbliebenen 200 Hektar Wald abholzen, darf damit aber frühestens im Oktober beginnen. Aus Sicht des Konzerns ist die Abholzung unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Gegen die Pläne gibt es seit langem Proteste, unter anderem von Waldbesetzern.

(dpa)