Hambacher Forst: Tausende zu Braunkohle-Protesten erwartet

Ende Gelände : Tausende zu neuen Protesten im Rheinischen Revier erwartet

Die Kohlekommission hat einen Kompromiss zum Kohleausstieg vorgelegt, doch einigen geht er nicht weit genug. Nun werden neue „Ende Gelände“-Aktionen und ein Sternmarsch angekündigt.

Das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ hat neue Massenproteste im Rheinischen Revier angekündigt. Wie das Bündnis am Montag mitteilte, sollen vom 19. bis 24. Juni „Massenaktion des zivilen Ungehorsams die Tagebaue (...) blockieren und so den sofortigen Kohleausstieg“ erzwingen. Es ist das fünfte Mal, dass das Aktionsbündnis ins Rheinland kommt.

An den bisherigen Protesten nahmen jeweils zwischen 1500 und 5000 Klimaaktivisten aus ganz Europa teil. Die Polizei registrierte Hunderte Straftaten wie Hausfriedensbruch, Störung öffentlicher Betriebe und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

„Die Politik hat beim Klimaschutz auf ganzer Linie versagt. Mit dem Ergebnis der Kohlekommission rasen wir weiter ungebremst auf eine Welt vier bis sechs Grad heißer zu. Um die Klimakrise aufzuhalten, müssen wir den Kohleausstieg selbst in die Hand nehmen und die Tagebaue blockieren“, erklärte eine „Ende Gelände“-Sprecherin.

In der Tat hatte selbst NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) im Rahmen einer Veranstaltung der Bergbaugewerkschaft IGBCE kurzlich zugegeben, dass die Wissenschaft nicht davon ausgehe, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf 1,5 Grad begrenzen zu können. „Inzwischen geht man von vier Grad aus“, hatte Pinkwart im November in Inden erklärt.

Sternmarsch zum Tagebau Garzweiler

Noch unmittelbarer als die Erderwärmung ist für die Bewohner der Tatgebauranddörfer das Fortschreiten der Tagebaue. Deswegen ruft unter anderem die Initiative „Alle Dörfer bleiben“ zu einem Sternmarsch am 23. März auf. Um 15 Uhr starten in den Orten Erkelenz-Kuckum, -Berverath, -Kaulhausen, -Immerath, -Holzweiler und Mönchengladbach-Wanlo Gruppen zu Fuß in Richtung Erkelenz-Keyenberg. Dies ist nach dem geltenden Hauptbetriebsplan des Tagebaus Garzweiler der nächste Ort, der abgebaggert werden soll. Dagegen protestieren die Teilnehmer des Stermarschs.

Alternativ brechen um 13 Uhr in Mönchengladbach und Erkelenz Gruppen von Fahrradfahrern nach Keyenberg auf. Weitere Informationen unter anderem zu Anreise und Treffpunkten auf www.alle-doerfer-bleiben.de. Wie die Heinsberger Polizei am Montag gegenüber unserer Zeitung erklärte, hätten die Veranstalter 3650 Teilnehmer zum Sternmarsch angemeldet.Redebeiträge würden unter anderem von Betroffenen aus Keyenberg, dem Kohlekommissionsmitglied Antje Grothus und dem Aachener Waldführer Michael Zobel erwartet, teilen die Veranstalter mit.

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