Hambacher Forst: Räumung, Festnahmen und Verletzte

Festnahmen und Verletzte : Polizei kommt im Hambacher Forst schnell voran

32 der 51 Baumhäuser sind geräumt, 23 inzwischen abgerissen. Doch wer sichert den Wald nach der Räumung? Vier Waldbesetzer sitzen in Untersuchungshaft.

Seit Beginn der Räumungen im Hambacher Forst am Donnerstag haben die Amtsgerichte Aachen und Düren für insgesamt vier Waldbesetzer Untersuchungshaft angeordnet.

Wie die Aachener Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, sitzen mittlerweile zwei Frauen und zwei Männer in Haft.

Drei von ihnen verweigerten die Feststellung ihrer Personalien, ihnen wird Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Der vierte, bereits polizeibekannte Waldbesetzer habe am Sonntag einen am Boden knienden Polizisten von hinten angegriffen, nachdem er mit Gewalt eine Polizeikette durchbrochen hatte. Ihm wird unter anderem gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Jost Schützeberg.

Derweil geht die Räumung der 51 im Hambacher Forst festgestellten Baumhäuser zügiger vonstatten als erwartet. Montagabend hatten die Bauämter der Stadt Kerpen und des Kreises Düren mit Hilfe der Aachener Polizei 32 Baumhäuser geräumt und 23 abgerissen. Bis auf eine Sitzblockade am Morgen sei die Polizei am Montag nicht mehr auf nennenswerten Widerstand gestoßen, erklärte die Polizei. Aus Sicht des Präsidiums Aachen verläuft die Räumung abgesehen von Stein-, Molotowcocktail- und Angriffen mit Fäkalien insgesamt einigermaßen ruhig. „Die Bewohner haben ihr Ziel, nämlich europaweite Aufmerksamkeit, erreicht“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen. „Jetzt hoffen wir, dass alles friedlich zu Ende geht.“

Die Polizei stellte klar, dass nach dem Abriss der 51 Baumhäuser die Bauämter und der Tagebaubetreiber RWE für den Schutz des Hambacher Forstes zuständig sind. Es sei nicht Aufgabe der Polizei, die Waldbesetzer bis zum Beginn der Rodungen nach dem 14. Oktober daran zu hindern, neue Baumhäuser und Barrikaden im Hambacher Forst zu errichten. „Wir sind aber darauf eingestellt, dass es erneut zu Straftaten kommen könnte“, sagte Polizeisprecher Andreas Müller. Was bedeuten würde, dass die Aachener Polizei in diesem Fall doch wieder in den Hambacher Forst kommen müsste.

(dpa)
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