Hambacher Forst: Aktivist wirft Fäkalien und Brandsatz auf Polizisten

Einsatz im Hambacher Forst : Polizei nimmt Fäkalienwerfer in Gewahrsam

Der polizeiliche Einsatz im Hambacher Forst ist beendet. Er dauerte deutlich länger als geplant – bis zum Dienstagvormittag nämlich, nachdem sich ein Tatverdächtiger gestellt hatte. Er soll Fäkalien und einen Brandsatz aus einem Baumhaus heraus geworfen haben.

Ursprünglich wollte etwa eine Hundertschaft der Polizei die Aufräumarbeiten des RWE-Werkschutzes am Montag nur begleiten. Ein Zwischenfall führte dann dazu, dass der Einsatz deutlich ausgedehnt wurde.

Ein Unbekannter warf nach Polizeiangaben am Montagnachmittag aus einem Baumhaus heraus Kot und einen Bengalo auf einen Mitarbeiter des Werkschutzes von RWE. Der Feuerwerkskörper brannte nach Polizeiangaben ohne weitere Gefährdung ab.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft lag dennoch eine versuchte gefährliche Körperverletzung vor. Sie beantragte beim Amtsgericht Aachen die Durchsuchung des Baumhauses im Bereich des Krähennestes, um den Tatverdächtigen ergreifen und festnehmen zu können. „Es geht nicht um die Räumung der Baumhäuser, sondern um die konsequente Strafverfolgung“, sagte eine Polizeisprecherin am frühen Morgen.

Freiwillig wollte der Mann seine Herberge zunächst trotz mehrfacher Auffassung nicht verlassen. Auch andere Mitglieder der Besetzerszene konnten ihn am Montag nicht dazu bewegen.

Der Bereich rund um das Baumhaus wurde über Nacht mit Scheinwerfern ausgeleuchtet und gesichert. Am Dienstagmorgen liefen dann Vorbereitungen an, damit ein Sondereinsatzkommando der Polizei in das Baumhaus gelangen konnte, das angeblich „Donnerbalken“ heißt.

Polizisten vorden Baumhäusern im Hambacher Forst: Der Einsatz zog sich deutlich länger hin als erwartet. Foto: dpa/David Young

Für den Einsatz eines Hubsteigers sollte ein Weg verbreitert werden. Als die Säge angeworfen und ein erster Baum gefällt wurde, seilte sich ein Mann vom Baumhaus ab und stellte sich den Behörden.

Der Verdächtige kam ins Polizeigewahrsam, im Aachener Präsidium sollte seine Identität festgestellt werden. Das übliche Verfahren wäre, dass er schnell freigelassen wird, nachdem er seine Personalien angegeben hat.

Das neue Polizeigesetz des Landes lässt inzwischen zu, dass anonym bleibende Verdächtige bis zu sieben Tagen in Gewahrsam genommen werden können. Darüber entscheidet jeweils ein Richter nach Maßgabe der Verhältnismäßigkeit.

Der Einsatz im Wald wurde vor 12 Uhr beendet, teilte ein Polizeisprecher mit.

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