Greenpeace-Aktivisten besetzen Bagger in Tagebau Garzweiler

Tagebau Garzweiler : Greenpeace-Aktivisten besetzen Bagger

Umweltschützer fordern mehr Tempo beim Kohleausstieg. Deshalb besetzten sie am Donnerstag erneut einen Braunkohlebagger im Tagebau Garzweiler. Das sei lebensgefährlich und bringe wenig, sagt RWE. Greenpeace beklagt dagegen eine „bewusste Verschleppung“.

Greenpeace-Aktivisten haben am Donnerstag einen Braunkohle-Bagger im Tagebaugebiet Garzweiler besetzt. Der RWE-Werksschutz und die Polizei waren nach Angaben der Behörde vor Ort. Der Einsatz habe um 8.00 Uhr begonnen. Die Aktivisten entrollten ein Banner mit der Aufschrift „Kohle abschalten“. Die im Kohlekompromiss vereinbarte Abschaltung der ersten Kraftwerksblöcke in NRW schon in diesem Jahr werde „bewusst verschleppt“, erklärte eine Greenpeace-Sprecherin.

Laut der Polizei Aachen waren 37 Menschen an der Aktion beteiligt. Davon seien 17 Personen auf einen Schaufelbagger geklettert. Einige hätten sich vor die Raupen des Baggers gestellt, woraufhin der Bagger sofort gestoppt worden sei. Ein RWE-Sprecher nannte die Aktion „leichtsinnig“. Die Teilnehmer brächten sich in erhebliche Gefahr. Die Besetzer hielten sich zum Teil ohne Sicherung auf einem Auslegearm auf und weigerten sich, den Bagger freiwillig zu verlassen.

Die Polizei habe mit Hilfe von zwei Hubwagen alle bis auf drei Besetzer widersandlos vom Bagger holen und aus dem Tagebau führen können. Nachdem die Polizei die Personalien aufgenommen hatte, wurden die Besetzer unweit des Tagebaus entlassen. Auf sie wird jetzt ein Strafverfahren zukommen.

EInige Aktivisten von Greenpeace sitzen vor der Raupe eines Braunkohle-Baggers. Foto: dpa/Ralf Roeger

Die verbliebenen drei Besetzer hatten sich an den Händen aneinander gekettet. Die Lock-on-Vorrichtung war mit Beton gefüllt und musste von der Polizei mit einem Spezialwerkzeug gelöst werden.

Die RWE Power AG stellte Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch.

Greenpeace habe an den Gesprächen der Kohlekommission teilgenommen und den Abschluss für einen Kohleausstieg bis spätestens 2038 mitgetragen, sagte der RWE-Sprecher. Die Umsetzung sei kompliziert und benötige einfach Zeit. Beispielsweise müssten für die Braunkohlebeschäftigten Rentenregelungen gefunden werden. Bei der Abschaltung von Kraftwerken müsse weiter die Versorgungssicherheit im Blick behalten werden. „Das ist ein dickes Paket, das kann man nicht erzwingen - auch nicht mit einer Baggerbesetzung.“

Die Greenpeace-Sprecherin betonte dagegen, dass ihre Organisation beim Kohlekompromiss ein Sondervotum abgegeben habe und einen Ausstieg schon bis 2030 für nötig halte. „RWE trägt mit überzogenen Entschädigungsforderungen zusätzlich dazu bei, dass sich die Einigungen über Kraftwerksabschaltungen verzögern“, kritisierte die Sprecherin.

Greenpeace hatte in den vergangenen Tagen für Aufsehen gesorgt, da von ihnen das „C“ aus dem CDU-Logo in Berlin entwendet wurde und in Keyenberg auftauchte. Für die Küsterin, die die Aktivisten in die Kirche gelassen hatte, wird die Aktion Konsequenzen haben.

(red/pol/dpa)
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