Einsatz im Tagebaudorf: Feuerwehr muss Hausbesetzer vom Dach holen

Einsatz im Tagebaudorf : Feuerwehr muss Hausbesetzer vom Dach holen

Erst besetzten sechs Braunkohlegegner das Dach eines leeren Hauses im Tagebaudorf Morschenich – dann riefen sie die Feuerwehr, um von dort wieder gerettet zu werden. Die Kosten des Einsatzes müssen sie womöglich selbst tragen.

In der Nacht wurde die Feuerwehr Düren alarmiert, als es der Gruppe auf dem Dach zu gefährlich wurde. So mussten die vier Männer und zwei Frauen in der Oberstraße 3 in Morschenich also von dem Dach gerettet werden, das sie ein paar Stunden zuvor besetzt hatten.

In das Gebäude selbst waren sie laut Polizeibericht nicht gelangt. Das Sextett hatte um Hilfe ersucht, weil ihnen bei der Dunkelheit und Kälte ein gefahrloses Verlassen des Daches nicht möglich erschien. Es wird nun geprüft, ob den Besetzern die Kosten dieses Rettungseinsatzes von Polizei und Feuerwehr auferlegt werden können. Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs wurden gefertigt. Eine Identität ist geklärt, in den anderen Fällen wurden Bilder gemacht, die nun mit anderen Behörden abgeglichen werden.

Die Polizei setzte am Mittwochmorgen ihren Einsatz in der Oberstraße 13/13 a fort und räumte mit Hilfe eines Hubsteigers erneut das Dach des bereits am Dienstag geräumten Gebäudes. Ein Mann und eine Frau hatten sich zunächst auf einem Baum im Garten aufgehalten und waren dann weiter aufs Dach geklettert. In das gesicherte Haus gelangten sie nicht mehr.

Beide Personen wurden ohne Widerstand vom Dach gebracht und in Gewahrsam genommen; zur Erschwerung ihrer Identitätsfeststellung hatten sich das Paar noch auf dem Dach die Fingerkuppen verklebt. Polizeibeamte holten eine weitere weibliche Person aus einem Baum – genauer: einer dort befestigten Hängematte – herunter und nahmen sie ebenfalls anschließend in Gewahrsam.

Bereits am Dienstag waren nach Polizeiangaben 18 Personen in Gewahrsam oder vorläufig festgenommen worden. Zwei von ihnen waren auch am Tag danach noch im Gewahrsam. Den Besetzern wird teilweise mehrfacher Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Hausfriedensbruch vorgeworfen. Eine Polizeibeamtin wurde bei dem Einsatz leicht verletzt. Der Energiekonzern RWE stellte als Eigentümer der Gebäude Strafantrag wegen Hausfriedensbruch.

(pa)
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