Polizeichef: Derzeit keine „reale Gefahr“ für den Hambacher Forst

Polizeichef : Derzeit keine „reale Gefahr“ für den Hambacher Forst

Aachens Polizeipräsident hat die friedlichen Umweltschützer im Hambacher Forst dazu aufgefordert, sich klar von gewalttätigen Aktivisten zu distanzieren.

„Wir müssen die Straftäter aus dem Wald holen und gegen sie ermitteln – und den friedlichen Teil überzeugen, dass die Ziele erreicht sind“, sagte der zuständige Polizeichef, Dirk Weinspach, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag). Einige wenige würden seit Wochen Polizisten und RWE-Mitarbeiter attackieren. „Aber wir erleben eine Restszene, die sich von Gewalt nur verbal distanziert, aber keinen klaren Trennungsstrich zieht.“ Die Besetzung des Waldes müsse sich auf symbolische Reste beschränken, die nicht im Widerspruch zum Bauordnungsrecht oder zum Forstrecht stünden.

Außerdem versicherte Weinspach, dass die Polizei bis zum Abschluss aller Rechtsinstanzen keine Rodung absichern werde. Eine reale Gefahr für den Wald bestehe derzeit also nicht.

Das NRW-Innenministerium hatte jüngst erklärt, dass sich die Besetzerszene in dem Wald am Braunkohle-Tagebau Hambach seit Aktionen des Bündnissen Ende Gelände im November 2017 verändert habe. Sie setze sich jetzt aus Autonomen aus dem ganzen Bundesgebiet und dem europäischen Ausland zusammen und zeichne sich durch eine erhöhte Konfrontationsbereitschaft und Militanz aus.

(dpa)