Niederzier/Kerpen: Braunkohle-Gegner rücken mit Ketten und Musik vor

Niederzier/Kerpen : Braunkohle-Gegner rücken mit Ketten und Musik vor

Braunkohle-Gegner haben am Wochenende im rheinischen Abbaurevier Förderbänder und Bagger blockiert. Nachdem sich am Samstag vier Aktivisten im Tagebau Hambach in vier Metern Höhe an ein Förderband angekettet hatten, brachen am Sonntagabend an anderer Stelle mehrere Dutzend Beteiligte in das Gelände ein und führten mit Musikinstrumenten ein Konzert auf.

Am Sonntagmittag hatten zunächst 200 Menschen musizierend in der Nähe des Tagebaus in Kerpen-Manheim friedlich demonstriert und ihre Aktion am Nachmittag für beendet erklärt. Am Abend kamen sie aber wieder.

Aktivisten demonstrieren am Sonntag in Kerpen-Manheim gegen die Nutzung von Braunkohle zur Energiegewinnung. Foto: Federico Gambarini/dpa

Am Samstagmorgen hatten sich Aktivisten an ein Förderband angekettet. RWE schaltete den Braunkohlebagger und das dazugehörige Band ab. Die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken sei nicht eingeschränkt gewesen. Die restliche Förderanlage sei weiter in Betrieb geblieben. Die Anlage verbindet den Tagebau mit den Kraftwerken. Eine technische Spezialeinheit der Polizei löste die Aktivisten vom Band. Die Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruchs und der Störung öffentlicher Betriebe.

Aktivisten demonstrieren Sonntag in Kerpen-Manheim gegen die Nutzung von Braunkohle zur Energiegewinnung. Foto: Federico Gambarini/dpa

Vergangenes Wochenende hatten Umwelt-Aktivisten im Tagebau Garzweiler demonstriert. Dabei wurde unter anderem ein Braunkohlebagger besetzt. Der Betreiber RWE Power stoppte zeitweise den Betrieb der Anlage. Es kam zu Auseinandersetzungen. Die Polizei fertigte fast 800 Strafanzeigen. Das NRW-Innenministerium prüft Kritik an dem Einsatz. Die Umwelt-Aktivisten demonstrierten gegen den Ausstoß klimaschädlicher Gase durch Kohlekraftwerke.

(dpa)
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