Bonn: Brandstifter muss sieben Jahre in Haft

Bonn: Brandstifter muss sieben Jahre in Haft

Wegen schwerer Brandstiftung hat das Bonner Landgericht am Freitag einen 44-jährigen Mann aus Lohmar bei Bonn zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Der Mann hatte im Juli 2010 in der Mittagszeit in zwei Bonner Kaufhäusern Feuer gelegt. Bei dem Brand waren mehrere Menschen leicht verletzt worden, es entstand Sachschaden in Millionenhöhe.

„Fast wäre ein Teil der Bonner Innenstadt abgebrannt”, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Nur durch das schnelle Handeln von Feuerwehr und Polizei konnte damals das Übergreifen der kurz hintereinander gelegten Brände auf weitere Häuser verhindert werden.

Auf die Spur war die Polizei dem Brandstifter gekommen, weil dieser bereits am Tag zuvor in zwei Supermärkten in Lohmar und einem Lebensmittelgeschäft in Bonn-Endenich gezündelt hatte und dabei von einer Überwachungskamera gefilmt worden war.

Neben den fünf Brandstiftungen wurde der drogenabhängige Mann auch wegen elf Ladendiebstählen verurteilt. Zudem ordnete das Gericht eine zweijährige Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Trotz seiner Drogensucht und einer psychischen Erkrankung befanden die Bonner Richter den 44-Jährigen nicht für vermindert schuldfähig. Der Mann habe die Brände weder unter „Suchtdruck”, noch aufgrund einer schweren Persönlichkeitsstörung gelegt. Vielmehr sei er frustriert gewesen, weil er „nichts Nennenswertes zum Stehlen gefunden” habe, so das Gericht in der Urteilsbegründung.

Zugutehielten die Richter dem 44-Jährigen, dass er Passanten umgehend auf die Brände hingewiesen habe und so Schlimmeres verhindert hatte. „Trotzdem haben sie die Stadt Bonn in Panik versetzt, und man fühlte sich bis zu ihrer Verhaftung nicht mehr sicher”, sagte der Richter.

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