Region: Bis zu 39 Grad: NRW erwartet vorerst heißesten Tag des Jahres

Region : Bis zu 39 Grad: NRW erwartet vorerst heißesten Tag des Jahres

Die Hitze gönnt NRW keine Verschnaufpause - im Gegenteil: die Temperaturen steigen weiter und werden im Laufe des Donnerstags eine bisherigen Höchstwert in diesem Jahr erreichen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine weitere amtliche Warnung vor Hitze ausgegeben. Sie gilt bis mindestens Freitag, allerdings soll es zum Wochenende hin noch etwas heißer werden.

Die Meteorologen erwarten für Donnerstag zunächst Höchsttemperaturen von bis zu 39 Grad, das wäre dann der vorerst heißeste Tag des Jahres. Laut Vorhersage soll es sich vor allem im Raum Düsseldorf, Köln und Duisburg besonders aufheizen. In Aachen, Düren und Heinsberg erreicht das Thermometer bis zu 37 Grad. Vereinzelte Wärmegewitter am Nachmittag dürften vom Niederrhein in Richtung Eifel ziehen, aber kaum für Abkühlung sorgen. Örtlich sei Starkregen möglich. Die Waldbrandgefahr sei dennoch unverändert hoch.

In der Region um Aachen bleibt es laut eifelwetter.de wohl trocken. Die Meteorologen erwarten zwischen elf und 13 Sonnenstunden.

Auch am Freitag wird es laut DWD nicht kühler. Der Deutsche Wetterdienst erwartet für Freitag verbreitet Sonnenschein und Höchsttemperaturen bis 38 Grad, vor allem am Wochenende dann einige Wolken und Gewitter. „Die Nächte kühlen nur leicht ab”, sagte ein Meteorologe. „Wir erwarten vor allem in den Städten tropische Nächte mit Temperaturen bis 23 Grad.” Während im äußersten Osten und Südosten Deutschlands auch mal kräftige Schauer und Gewitter mit Unwettergefahr drohen, soll in der Region der Höhepunkt der Hitzewelle erreicht werden. Der Hitze-Rekord aus dem Jahr 2003 wird laut DWD bis zum Wochenende aber nicht gebrochen. Damals erreichte der Stadtteil Merkenich in Köln schweißtreibende 39,6 Grad.

Feuerwehren im ganzen Land blieben angesichts trockener Felder und Wälder in Alarmbereitschaft: „Die Gefahr von Wald- und Flächenbränden ist riesig”, warnte die Feuerwehr Essen. Für weite Teile Nordrhein-Westfalens galt am Donnerstag die Gefahrenstufe 4 (hohe Gefahr) von 5. „Die höchste Stufe gibt es in NRW sehr selten”, sagte DWD-Agrarmeteorologe Hans Helmut Schmitt. „Denn hier gibt es nicht so viele Kiefernwälder auf sandigen Böden, die besonders gefährdet sind”. Örtlich müsse aber auch mit der höchsten Gefahrenstufe gerechnet werden, sagte Friedrich Louen vom Landesbetrieb Wald und Holz.

Nach wie vor sind Feuerwehr und Stadtreinigungen landesweit im Einsatz, um Bäume in der anhaltenden Sommerhitze vor dem Vertrocknen zu retten. Unter anderem in Aachen, Düsseldorf und Recklinghausen rückten sie zu Einsätze aus, um Hunderte von Bäumen zu bewässern. In Wuppertal gießt die Polizei wegen der anhaltenden Trockenheit die Bäume mit einem Wasserwerfer. Ein entsprechender Einsatz habe am Donnerstagvormittag begonnen, sagte eine Polizeisprecherin.

Am Samstag macht sich in Deutschland der Ausläufer eines Tiefs bemerkbar. Das Hoch über Nordeuropa wandert nach Russland ab und macht Platz für Ausläufer eines Tiefdruckkomplexes aus dem Norden. Zwar werde der Ausläufer auch als „Kaltfront” bezeichnet, da er kühlere Atlantikluft transportiere, teilte der DWD weiter mit. „Kühler ist dabei allerdings relativ, denn die Tageshöchstwerte liegen auch am Samstag noch bei Werten zwischen 28 und 34 Grad.”

Außerdem im Gepäck: Wolken, Schauer und teils kräftige, örtlich auch unwetterartige Gewitter insbesondere im Westen und Norden. Nur der Osten und Nordosten bleiben demnach zunächst weitgehend verschont - am Sonntag soll es dann auch dort gewittern. Die neue Woche startet voraussichtlich so, wie die vergangene endet: heiß.

Ob die Einsätze und die anhaltende Trockenheit auch zu steigenden Kosten für die Städte führt, dazu gibt es bislang keine Angaben des Städte- und Gemeindebunds NRW. Es sei zwar bei diesen Temperaturen nicht notwendig, den Rasen zu mähen und die Pflanzen zu schneiden, sagte Sprecher Martin Lehrer. „Dafür werden die freien Kapazitäten aber genutzt, um die Straßen abzufahren und zu schauen, welche Bäume gegossen werden müssen.” Durch die Hitzewelle trockneten die Straßenbäume auch nicht gleich aus. Oft spielten auch andere Faktoren wie das Alter oder der Standort des Baumes eine Rolle. „Ein standortrobuster Baum steckt die Hitze gut weg”, sagte Lehrer.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 36 Grad und es wird noch heißer: Deutschland in der Hitzewelle

(dpa/red)
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