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Erdbeben-Szenario bei Köln: Bis zu 10.000 Tote laut Risikoanalyse möglich

Erdbeben-Szenario bei Köln : Bis zu 10.000 Tote laut Risikoanalyse möglich

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,5 westlich von Köln wären etwa 3 Millionen Menschen mehrere Tage von einem Stromausfall betroffen. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung wäre in der Folge überlastet.

Die Katastrophe könnte zwischen 1000 und 10.000 Menschenleben kosten und zu 10.000 Verletzten und Erkrankten führen. Das geht aus einer Risikoanalyse des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hervor, die jetzt als Drucksache des Bundestages veröffentlicht wurde.

Bei dem Szenario geht das Bundesamt von einem Erdbebenzentrum bei Erftstadt in der Rheinischen Bucht aus. Zahlreiche Gebäude besonders mit älterer Bausubstanz würden einstürzen, Verkehrswege und das Stromnetz würden beschädigt. Viele Verwaltungen seien auf so eine Katastrophe nur unzureichend vorbereitet, heißt es in dem Papier. Und weiter: Einsatzkräfte könnten aufgrund von Ausfällen der Kommunikationsinfrastruktur teilweise nicht erreicht werden.

„Unser Ziel ist es, den Experten, die für den Ernstfall auf verschiedenen Ebenen Vorsorge treffen müssen, ein durchdachtes Szenario als Arbeitsgrundlage zu bieten“, sagt Armin Schuster, Präsident des BBK, laut Mitteilung zu der Analyse.

Das Gebiet westlich von Köln hat laut BBK in Deutschland eine verhältnismäßig hohe Erdbebengefährdung. Am 13. April 1992 hatte es bei Roermond ein Erdbeben der Stärke 6,0 gegeben. In der Altstadt von Bonn krachte anschließend ein Teil einer Hausfassade auf ein geparktes Auto. Im Kölner Dom schlug ein 1,50 Meter großes Ornament aus Stein zu Boden. Vor allem durch herabfallende Schornsteine und Dachziegel wurden damals im Rheinland mehr als 30 Menschen verletzt. Allein im Kreis Heinsberg wurden mehr als 150 Häuser beschädigt, einzelne Gebäude so sehr, dass sie abgerissen werden mussten. Unter dem Strich stand in Deutschland eine Schadenssumme von 130 Millionen Euro.

(dpa)