Köln: Bergungsarbeiten des Kölner Stadtarchivs beendet

Köln: Bergungsarbeiten des Kölner Stadtarchivs beendet

In Köln sind die Bergungsarbeiten der Archivalien des eingestürzten Historischen Archivs der Stadt offiziell beendet worden.

95 Prozent aller Archivalien seien geborgen, erstversorgt und in 20 Archiven in der ganzen Bundesrepublik gelagert, erklärte Archivleiterin Bettina Schmidt-Czaia am Dienstag in Köln. In den letzten Wochen seien nur noch vereinzelt kleinere Partien entdeckt worden.

Am Nachmittag des 3. März 2009 war das Historische Stadtarchiv der Stadt Köln zusammengestürzt und hatte zwei Menschen mit in den Tod gerissen. Unschätzbare Kulturgüter des größten und vollständigsten kommunalen Archivs nördlich der Alpen mit Originaldokumenten aus mehr als 1.000 Jahren Kölner und rheinischer Geschichte versanken im Schutt und im Grundwasser. Als Ursache wird der Bau der neuen Nord-Süd U-Bahn-Linie gesehen, das Gebäude stand direkt neben einer Baugrube.

Von Anfang an habe sich die Stadt dazu entschieden, neben der Suche nach Menschen so viele Archivalien wie möglich zu bergen, erklärte die Stadt. Dies sei ohne die vielen Helfer, Rettungskräfte und Ehrenamtlichen nicht möglich gewesen. Die kleinteilige Bergungsmethode sei auch dann beibehalten worden, als oberirdisch liegender Schutt und Erdreich erfolgreich durchsucht und abgetragen worden sei. Mit erheblichem technischen Aufwand, unter anderem durch den Bau eines Bergungsbauwerks, sei die Suche im Grundwasser fortgesetzt. Auf diese Weise habe noch ein Regalkilometer Archivmaterial entdeckt werden können.

Schätzungen zufolge wird die Restaurierung der Dokumente 350 Millionen Euro kosten. Die veranschlagte Zeit beträgt zwischen 30 und 50 Jahre.

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