Eupen: Belgisches Parlament stimmt für Förderung der deutschen Sprache

Eupen : Belgisches Parlament stimmt für Förderung der deutschen Sprache

Das belgische Parlament hat am Donnerstagabend eine Resolution zur Förderung der deutschen Sprache verabschiedet. Verbunden war die Debatte mit Beschwerden in Richtung der wallonischen Regierung: Die hauptsächlich französischsprachige Region, zu der auch Ostbelgien zählt, schenke den Deutschsprachigen zu wenig Beachtung.

Die Resolution, die von der ostbelgischen Abgeordneten Kattrin Jadin eingebracht wurde, wurde einstimmig angenommen. Alle öffentlichen Behörden wurden dazu aufgerufen, den „Gebrauch der deutschen Sprache zu schützen und zu verbessern“, berichtete der öffentlich-rechtliche BRF.

Die Politikerin hatte sich besonders über den Zustand einiger öffentlicher Internet-Portale beklagt. Die Regierung verbreite dort Informationen nur unzureichend in Deutsch, meistens sei selbst die englische Fassung besser gepflegt. Die Anforderungen, um die belgische Minderheit besser zu repräsentieren, seien nicht hoch, so die Politikerin der liberalen PFF (Partei für Freiheit und Fortschritt). „Das Ziel ist nicht, wie es einige befürchten, eine Kostenexplosion zu verursachen und jedes noch so kleine Gesetz zu übersetzen“, stellte sie in ihrer - in deutscher gehaltenen Sprache - Rede klar. Rund 78.000 Belgier geben Deutsch als Muttersprache an, in der Wallonie leben insgesamt rund 3,6 Millionen Menschen

Die mehrheitlich deutschsprachige Provinz Ostbelgien zählt zum Hoheitsgebiet der Region Wallonie und wird durch das entsprechende Regionalparlament regiert. Zusätzlich zu den drei Regionsparlamenten - Wallonie, Flandern und Brüssel - gibt es in Belgien jedoch drei weitere Kammern für die Amtssprachen Niederländisch, Französisch und Deutsch, letztere tagt in Eupen.

(cheb)