Datenbank für Raubkunst im Zweiten Weltkrieg in Belgien

Zweiter Weltkrieg : Belgien erstellt eine Datenbank für Raubkunst

Viele belgische Museen zeigen auf ihren Webseiten Kunstwerke, die die Nationalsozialisten möglicherweise während des Zweiten Weltkriegs entwendet haben. Die Regierung möchte nun mit einer Datenbank die rechtmäßigen Erben ausfindig machen.

Wie die Wirtschaftszeitung De Tijd berichtet, hat Belgiens Haushaltsministerin Sophie Wilmès angekündigt, noch in diesem Jahr die insgesamt 108 fraglichen Kunstwerke „in einer zentralen Datenbank“ zusammengeführt werden sollen. Die 108 Kunstwerke verteilen sich laut Wilmès auf elf Museen; dabei handelt es sich um 78 Gemälde und 30 weitere Kunstwerke wie Skulpturen, Möbel und Wandteppiche.

Ein Grund für die Initiative der Regierung ist, dass die Versuche verschiedener belgischer Museen, durch Suchanfragen auf ihren Seiten selbst die rechtmäßigen Erben der fraglichen Kunstwerke zu ermitteln, in den vergangenen Jahren meist im Sand verlaufen sind. So hat beispielsweise das Königliche Museum der Schönen Künste in Antwerpen auf seiner Webseite 21 Kunstwerke, die möglicherweise Nazi-Raubkunst sind. Seit April hat das Museum eine eigene Seite für diese Kunstwerke eingerichtet. Gemeldet hat sich bislang aber noch niemand.

Seit 1998 hat sich Belgien mit 43 weiteren Ländern in einem Abkommen dazu verpflichtet, geraubte Kunstwerke an die ursprünglichen Besitzer oder deren Erben zurückzugeben. Hierfür wurde 2017 die Arbeitsgruppe „Kulturgüter Zweiter Weltkrieg“ eingerichtet.

(red)
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