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Lüttich bleibt Belgiens Hotspot: Corona-Zahl geht im Wochenvergleich leicht zurück

Lüttich bleibt Belgiens Hotspot : Corona-Zahl geht im Wochenvergleich leicht zurück

Erstmals seit zwei Monaten ist die Zahl der registrierten Corona-Infektionen im heftig von der Pandemie getroffenen Belgien im Wochenvergleich zurückgegangen. In der Provinz Lüttich allerdings sind die Infektionszahlen auf gleich hohem Niveau geblieben.

Die Belegung von Krankenhaus- und Intensivstationen im ganzen Land liegt auf Rekordhoch, wie aus Daten der nationalen Gesundheitsagentur Sciensano vom Mittwoch hervorgeht.

Zwischen dem 25. und 31. Oktober wurden in dem Land mit 11 Millionen Einwohnern demnach täglich im Schnitt 14.272,7 Infektionen registriert. Das sind 5 Prozent weniger als in den vorangegangenen 7 Tagen. Am stärksten sank die Infektionszahl in der Hauptstadt Brüssel – um gut 26 Prozent auf noch 10.644 Neuinfektionen.

In der Provinz Lüttich dagegen deutet das minimale Minus von 0,6 Prozent eher auf eine sich abflachende Infektionskurve hin. In dieser Provinz infizierten sich in den sieben Tagen vor dem 31. Oktober immer noch 18.519 Menschen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 1613 nach 1677 in der Woche zuvor. Damit bleibt Lüttich der Hotspot unter den belgischen Provinzen. Belgisch-Limburg dagegen weist mit einer Inzidenz von 342 den niedrigsten Wert auf.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Für die Tage nach dem 31. Oktober liegen noch keine konsolidierten Fallzahlen vor.

Die Anzahl der Einweisungen ins Krankenhaus legte im gleichen Zeitraum hingegen um 26 Prozent zu. Zuletzt lagen 7485 mit dem Coronavirus infizierte Menschen in belgischen Krankenhäusern – 1351 von ihnen auf den Intensivstationen. Beides sind Höchstwerte in der Pandemie. Allerdings stieg die Zahl der Krankenhaus-Patienten zuletzt weniger schnell. Die Krankenhäuser in Belgien waren bereits zum Teil an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen. Einige Patienten wurden in andere Regionen des Landes, aber auch nach Deutschland gebracht. Auch die Krankenhäuser in der Städteregion Aachen nahmen Patienten aus Ostbelgien auf.

Wegen der dramatischen Lage gelten in Belgien seit Montag verschärfte Einschränkungen. Unter anderem dürfen nur noch Geschäfte, die unbedingt notwendige Waren verkaufen, geöffnet sein. Die Schließung von Kneipen, Restaurants und Cafés sowie nächtliche Ausgangssperren waren bereits Mitte Oktober beschlossen worden. Die Maßnahmen sollen bis zum 13. Dezember gelten. Die Notwendigkeit der Geschäftsschließungen wird bereits am 1. Dezember geprüft. Einige Regionen hatten schon früher schärfere Einschränkungen eingeführt.

(cs/dpa)