1. Region
  2. Belgien

Neue Anti-Corona-Initiative: Belgien setzt jetzt auf „Kontakt-Tracing“

Neue Anti-Corona-Initiative : Belgien setzt jetzt auf „Kontakt-Tracing“

Im Kampf gegen das Coronavirus setzt Belgien jetzt auf das sogenannte „Kontakt-Tracing“. Dazu soll in der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine spezielle Telefonzentrale eingerichtet werden.

Ziel der am Freitag vorgestellten gemeinsamen Initiative des Föderalstaates, der Regionen und der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) ist es, die Infektionsketten zu durchbrechen. So sollen Erkrankte schneller ausfindig gemacht und isoliert werden, statt große Teile der gesamten Bevölkerung zu isolieren. In Eupen erklärte der Gesundheitsminister der DG Antonios Antoniadis zusammen mit Ärzten und Gesundheitsexperten das Konzept.

Wenn ein Hausarzt eine Coronavirus-Ansteckung bei einem Patienten vermutet, führt er einen entsprechenden Test durch. Sollte der Arzt Verdacht auf Covid-19 sehr stark sein, wird das Testergebnis nicht abgewartet. Der Arzt informiert den Patienten und die Datenbank des staatlichen Wissenschaftsinstitutes Sciensano. Es wird so schnell wie möglich mit dem Kontakt-Tracing begonnen.

Die Telefonzentrale nimmt Kontakt mit dem an Coronavirus Erkrankten auf und informiert ihn über die zu treffenden Präventiv- oder Früherkennungsmaßnahmen. Außerdem wird erfragt, mit wem der Patient Kontakt hatte. Alle Angaben sind freiwillig. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft übernimmt die neugeschaffene Telefonzentrale im Ministerium diese Aufgabe.

Im zweiten Schrittt werden die Personen angerufen, die in engerem Kontakt mit dem Erkrankten standen und damit als Hochrisikokontakte gelten.

Das ist bei jedem der Fall, der sich mehr als 15 Minuten lang mit weniger als 1,5 Metern Abstand zu dem Erkrankten aufgehalten hat. Das sind etwas Mitglieder eines gemeinsamen Haushaltes, Büronachbarn oder Klassenkameraden in der Schule.

Ein solcher Hochrisikokontakt muss 14 Tage in häuslicher Quarantäne bleiben. Das Haus darf nur in notwendigen Fällen, wie zum Beispiel zum Einkaufen oder zum Besuch der Apotheke oder des Arztes verlassen werden.

(heck)