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Belgien: Provinz Antwerpen verhängt Ausgangssperre wegen Coronavirus

Reaktion auf steigende Infektionszahlen : Provinz Antwerpen verhängt nächtliche Ausgangssperre

Seit Wochen steigen die Corona-Infektionszahlen in Belgien wieder an. Das Land hat bereits am Montag mit einer eingeschränkten Kontaktsperre reagiert. Die nördlich gelegene Provinz Antwerpen geht noch weiter und hat eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Am Montag hatte Premierministerin Sophie Wilmès nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats mitgeteilt, dass jeder Belgier ab Mittwoch nur noch fünf statt wie bisher 15 Menschen treffen darf, die nicht dem eigenen Haushalt angehören. Ausgenommen davon sind Kinder unter zwölf Jahren. Die Regelung soll für mindestens vier Wochen gelten.

Auch für öffentliche Veranstaltungen und Feiern wurden die maximalen Besucherzahlen deutlich verringert. Einkäufe sollen allein und möglichst schnell durchgeführt werden. Die Provinz Antwerpen mit ihren knapp 1,9 Millionen Einwohnern hat am Montag auf ihrer Webseite weiterführende Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verkündet.

So hat der Krisenstab der Provinz, die neben Antwerpen auch die größeren Provinzstädte Mechelen und Turnhout umfasst und auf einer beliebten Reiseroute an die Nordsee liegt, in Abstimmung mit dem Nationalen Sicherheitsrat entschieden, dass zwischen 23.30 Uhr und 6 Uhr Wohnungen nur noch für den Weg zur Arbeit oder bei Notfällen verlassen werden dürfen. Zur Arbeit darf außerdem nur, wer nicht im Homeoffice arbeiten kann. Für alle Arbeitgeber in der Provinz gilt eine entsprechende Pflicht. Im Rest Belgiens gilt lediglich eine starke Empfehlung zum Arbeiten im Homeoffice. In einigen Städten der Region gelten noch strengere Regeln.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist an allen öffentlichen Plätzen sowie dort, wo der Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann, Pflicht, wie die Nachrichtenagentur Belga am späten Montagabend berichtete. Zudem müssen alle Cafés, Restaurants und Bars um spätestens 23 Uhr schließen. Individuelle Kontaktsportarten wurden wieder verboten, Mannschaftssport ist nur für Jugendliche unter 18 Jahren erlaubt. Die Regelung gilt in allen 70 Gemeinden und in der Stadt Antwerpen, berichtet der öffentlich-rechtliche Fernsehsender BRF.

Die Provinz Antwerpen war zuletzt zum Corona-Hotspot Belgiens geworden. Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever sprach mit Blick auf die neuen Maßnahmen nach Angaben des flämischen Senders VRT von einem „Lockdown light“. Dem Sender RTBF zufolge führt er die steigenden Zahlen auf Hochzeiten, Shisha-Bars und Fitnessstudios zurück.

Allerdings steigen die Zahlen im gesamten Land. Zwischen dem 18. und dem 24. Juli gab es in Belgien täglich durchschnittlich 311 Coronavirus-Infektionen. Dies ist ein Anstieg um 69 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Für die Stadt Antwerpen liegt der Wert sogar bei 711 Fällen.

(cheb/dpa)