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Neuer Cheftrainer: Bekannter Ex-Nationaltrainer übernimmt bei der AS Eupen

Neuer Cheftrainer : Bekannter Ex-Nationaltrainer übernimmt bei der AS Eupen

Der belgische Fußball-Erstligist AS Eupen hat eine prominente Lösung für den vakanten Posten des Cheftrainers gefunden. Der erfahrene Deutsche soll die „Pandas“ zum Klassenerhalt führen.

Die Erleichterung bei der AS Eupen nach dem Klassenerhalt in der zurückliegenden Saison war groß. Vier Punkte betrug am Ende das knappe Polster auf den Relegationsplatz – trotz starkem Saisonstart unter dem deutschen Trainer Stefan Krämer und der Hoffnung, im sechsten Jahr der Ligazugehörigkeit dem Tabellenkeller zu entkommen.

Nach einem Negativlauf im Winter musste Krämer gehen, sein Co-Trainer Michael Valkanis führte die Schwarz-Weißen als Interimstrainer zum Klassenerhalt. Sein Engagement endete jedoch wie vereinbart zum Saisonende, denn der gezeigte Fußball überzeugte nachhaltig weder Fans noch Vereinsführung.

Dafür präsentierte der einzige Profi-Club der Deutschsprachigen Gemeinschaft nun einen prominenten Nachfolger. Der 59-jährige Deutsche Bernd Storck hat einen Einjahresvertrag in Eupen unterzeichnet, wie der Verein am Mittwochmorgen mitteilte.

Seine Vita im Fußballgeschäft ist durchaus vielfältig: Storck lief als Innenverteidiger 171 Mal in der Fußball-Bundesliga für den VfL Bochum und Borussia Dortmund auf, mit letzteren gewann er den DFB-Pokal. Es folgte eine Karriere als Co-Trainer beim VfB Stuttgart, Hertha BSC, VfL Wolfsburg, Partizan Belgrad und Borussia Dortmund. Als Cheftrainer war er in Personalunion Erstligacoach und Nationaltrainer in Kasachstan sowie von 2012 bis 2014 Sportdirektor bei Olympiakos Piräus in Griechenland. Seinen größten Erfolg erreichte er jedoch 2016 als ungarischer Nationaltrainer, als er die Magyaren nach 44 Jahren erstmals wieder zu einer Europameisterschaft führte.

Ausschlaggebend für seine Verpflichtung dürften aber besonders die zurückliegenden Jahre gewesen sein, in denen er sich als Abstiegskampf-Experte in Belgien auszeichnete. 2018 rettete Storck dort Excelsior Mouscron vor dem Abstieg, ein Jahr später Cercle Brügge. 2020 holte der reiselustige Cheftrainer die Vizemeisterschaft in der Slowakei mit dem ungarisch geprägten Club Dunajska Streda. In der zurückliegenden Saison trainierte Storck wieder in Belgien, verpasste aber mit dem KRC Genk die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb, woraufhin sein Vertrag am vergangenen Wochenende aufgelöst wurde.

Nun also der Schritt ins nur rund eine Autostunde entfernt liegende Kehrwegstadion. „Ich freue mich auf meine neue Herausforderung, bei der AS Eupen etwas aufzubauen und mit dem Club die Klasse zu halten“, stellt Bernd Storck das Minimalziel klar, auch in der Saison 2023/2024 noch erstklassig zu spielen.

„Als Verein drücken wir gemeinsam mit unserem neuen Cheftrainer den Knopf für einen Neustart. Das Team wird in der kommenden Saison ein neues Gesicht bekommen”, hat Verwaltungsrat Andreas Bleicher große Hoffnungen. Da es voraussichtlich drei direkte Absteiger geben wird, sei die Mission Klassenerhalt eine noch größere sportliche Herausforderung. Wie immer auch unter den neugierigen Augen des Clubbesitzers – der finanziell durchaus potenten katarischen Aspire Academy, die afrikanischen Talenten den Sprung nach Europa ermöglichen möchte, und sich dafür den Besitz der AS Eupen sowie des spanischen Profi-Clubs Cultural Leonesa leistet.

Bernd Storck ist dabei nicht der erste renommierte Trainer, der den Spagat zwischen Abstiegskampf und Talenteentwicklung schaffen soll. Von November 2017 bis Juni 2019 war der frühere Weltmeister Claude Makélélé Übungsleiter am Kehrweg. Nachhaltiger Erfolg stellte sich im Fall des Franzosen trotz seiner prominenten Vita jedoch nicht ein.