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Missbrauch Bergisch Gladbach: Bekannter spricht von gemeinsamen Taten

Missbrauch Bergisch Gladbach : Bekannter spricht von gemeinsamen Taten

Im Prozess um den Missbrauchsfall Bergisch Gladbach am Kölner Landgericht hat ein mutmaßlicher Bekannter des Angeklagten von gemeinsamen Taten berichtet.

Der 27 Jahre alte Mann schilderte am Mittwoch, dass er den 43-Jährigen im November 2018 in einer internationalen pädophilen Chat-Gruppe mit „vielen Tausend Teilnehmern“ kennengelernt habe. Dort seien sowohl Bilder als auch Zugänge zu kinderpornografischen Inhalten ausgetauscht worden. Zudem habe man sich über persönliche Erfahrungen mit Kindesmissbrauch unterhalten.

Kurz darauf habe er mit dem Angeklagten auch privat gechattet, sagte der Zeuge weiter. Da habe ihm der Mann auch recht schnell mitgeteilt, dass er seine Tochter sexuell missbrauche. Das gemeinsame pädophile Interesse der beiden Männer beschrieb der Zeuge wie folgt: „Bei uns waren es jüngere Mädchen, die wir – doof gesagt – ja zuhause hatten.“ Dieses Interesse sei auch die „gemeinsame Grundlage“ der Freundschaft gewesen. Den Angeklagten beschrieb der ehemalige Soldat als „freundlich, offen, zuvorkommend“. Negative Charaktereigenschaften wusste er nicht zu berichten.

2019 habe dann ein Ausflug der Männer in ein Wellnessbad in Essen stattgefunden. Dort sei eine Suite mit Sauna und Whirlpool angemietet worden. Mit dabei war demnach der damals vier Jahre alte Stiefsohn und die fünf Jahre alte leibliche Tochter des Zeugen, sowie die damals 21 Monate alte Tochter des Angeklagten. Auf Nachfrage des Richters räumte der 27-Jährige ein: „Da sollte es schon um Missbrauch gehen.“

Der frühere Soldat war im Mai in Kleve zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Laut dem Urteil hatte er vier Kinder im Alter zwischen einem und fünf Jahren missbraucht.

In dem Verfahren vor dem Kölner Landgericht werden dem Angeklagten 79 zum Teil schwere sexuelle Missbrauchstaten vorgeworfen. Der Angeklagte gilt als zentrale Figur im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach. Eine Hausdurchsuchung im Oktober 2019 brachte die Ermittlungen ins Rollen.

(dpa)