Aachen/Region: Baustellen: A544 vier Tage gesperrt, A44n wird im Sommer freigegeben

Aachen/Region: Baustellen: A544 vier Tage gesperrt, A44n wird im Sommer freigegeben

Auf Nordrhein-Westfalens Autobahnen wird so viel gebaut wie noch nie. Im vorigen Jahr ist bereits die Rekordsumme von 1,25 Milliarden Euro investiert worden. Und trotzdem sollen in diesem Jahr die Ausgaben noch einmal um weitere 35 Millionen Euro ansteigen, teilte der Landesbetrieb Straßenbau am Mittwoch in Köln mit.

Dort gaben die Verantwortlichen eine Übersicht über alle Baustellen der kommenden zwei Jahre im Rheinland. Betont wurde, dass der Verkehrsfluss so wenig wie möglich beeinflusst werden soll. „Natürlich wird es zu Einschränkungen wie Fahrbahnverengungen oder Tempolimits kommen“, sagte NRW-Regionalleiter Thomas Oehler.

Aber Sperrungen von Ausfahrten oder Fahrbahnen solle es nur in Ausnahmefällen geben. Schon heute läge die Quote von Nachtarbeiten bei kürzeren Baustellen bei 45 Prozent — und damit fünf Prozent über der Quote des Vorjahres. Auch Autofahrer in unserer Region sind von einigen Baumaßnahmen in den nächsten beiden Jahren betroffen:

Sperrung: Die Autobahnanbindung von Aachen über die A544 wird vom Samstag, 28. April, bis einschließlich Dienstag, 1. Mai, gesperrt. Grund ist der Abriss der Brücke über die A544, die Autofahrer aus Richtung Niederlande auf der A4 ins Autobahnkreuz hineinbringt. „Wir haben das lange Wochenende mit dem Maifeiertag gewählt, weil wir hoffen, dass viele den Brückentag zu einem Kurzurlaub nutzen und dadurch weniger Autofahrer als üblich betroffen sind“, sagte Klaus Erdorf, beim Landesbetrieb Straßenbau verantwortlich für den Umbau des Kreuzes.

Die Ersatzbrücke wartet bereits seit einigen Wochen darauf, in Betrieb genommen zu werden. Das soll laut Erdorf in ein bis zwei Wochen geschehen. Der Landesbetrieb möchte zuvor die neue Abfahrt auf die A44 Richtung Lüttich fertigstellen, die sich an die Brücke anschließt. Deren Bau dauert wetterbedingt länger als geplant.

Freigabe: Die neue A44-Trasse mitten durch den Tagebau Garzweiler ist bis auf wenige Restarbeiten fertig. Nach Angaben des Projektverantwortlichen Hans-Werner Seul soll am 29. Juni die Fahrtrichtung Düsseldorf freigegeben werden. Danach kann am Dreieck Wanlo der Anschluss Richtung Aachen fertiggestellt werden. Zwei Monate später, am 29. August, soll dann die gesamte Trasse feierlich eröffnet werden.

Drei Spuren: Die A44 zwischen dem Autobahnkreuz Aachen und der Abfahrt Broichweiden wird in beiden Fahrtrichtungen auf je drei Fahrspuren erweitert. Die vorbereitenden Arbeiten laufen derzeit. Die neue Brücke über eine alte, ungenutzte Bahnstrecke ist laut Erdorf jetzt fertig. Der Ausbau kann beginnen. Ende 2020 soll alles fertig sein.

Generalsanierung: Ab dem Frühjahr 2019 wird zwei Jahre lang die A4 zwischen dem Autobahnkreuz Aachen und der Grenze saniert. Eigentlich sollte mit dieser Sanierung bereits in diesem Jahr begonnen werden. Doch die planerischen Arbeiten haben sich nach Angaben von Klaus Erdorf verzögert, weil der Verlauf einer Pipeline, die von der Kanälen zur Autobahnentwässerung geschnitten wird, unklar gewesen sei.

Nun werde Ende dieses Jahres mit Rodungsarbeiten der Bau von Lärmschutzwänden im Bereich von Laurensberg und Richterich begonnen. „Während der Bauarbeiten sollen immer zwei Fahrspuren in beiden Richtungen zur Verfügung stehen“, sagte Erdorf. Damit das gelingt, waren bereits vor drei Jahren die Standstreifen verstärkt worden, um den Schwerlastverkehr ohne Schäden für eine so lange Zeit aufnehmen zu können.

Kleinere Projekte: Saniert wird auch der Abschnitt der A544 zwischen dem Aachener Kreuz und der Haarener Gracht. Der Landesbetrieb plant dafür die zweite Hälfte dieses Jahres ein. Temporär müssten dafür im Verlauf der Bauarbeiten wechselweise die Auf- und Abfahrten Würselen/Verlautenheide geschlossen werden. Autofahrer müssten dann über das Autobahnkreuz beziehungsweise den Europaplatz auf die andere Fahrbahnseite wenden, um die Autobahn verlassen zu können.

Auf der A44 wird hinter Aachen-Brand ein kurzes Stück der Autobahn neben Driescher Hof saniert. Aus Lärmschutzgründen wird als Deckschicht ein neu entwickelter oberflächenbehandelter Asphalt aufgebracht, der ähnlich lärmmindernde Eigenschaften haben soll wie der offenporige Asphalt, der im Bereich von Aachen-Eilendorf aufgebracht worden ist. Die Lärmschutzwand werde entgegen früherer Pläne nicht erneuert.

Köln: Im Sommer werden die letzten Arbeiter vom Autobahnkreuz Köln-West abgezogen. „Dann ist für uns der Umbau der Kölner Rings im Grunde abgeschlossen“, sagte Oehler. Begonnen hat aber bereits die Mammutaufgabe des Neubaus der Leverkusener Rheinbrücke auf der A1. 2020 sollen drei Fahrspuren in jede Fahrtrichtung auf der neuen Brücke fertig sein. Dann könnten auch wieder Lkw über diese Strecke fahren, die bislang die alte, marode Leverkusener Rheinbrücke umfahren müssen. Die vierte Fahrspur in jede Fahrtrichtung soll dann im laufenden Verkehr gebaut werden.

Zufahrt nach Düsseldorf: Auf der A46 von Neuss in die Düsseldorfer Innenstadt über Bilk werden in diesem Sommer die Seile der Fleher Brücke geprüft, 2020 soll der Stahlträger saniert werden. „Wir wissen, was diese Strecke für Düsseldorf bedeutet“, betonte Jochen van Bebber, Leiter der Landesbetrieb-Niederlassung Krefeld. Alle Arbeiten, die mit Einschränkungen verbunden seien, würden nachts oder an Wochenenden durchgeführt.

Tunnel: Die Reihe der Tunnel auf der A44 Richtung Flughafen Düsseldorf werden sicherheitstechnisch nachgerüstet und auf den aktuellen Stand von Notausgängen, Beleuchtung und Lautsprecheranlage gebracht. „Zu den Hauptverkehrszeiten sollen alle Fahrstreifen aufrechterhalten werden“, sagte van Bebber.