Nordeifel: Bankräuber nach Schießerei festgenommen

Nordeifel: Bankräuber nach Schießerei festgenommen

Nachdem es innerhalb weniger Monate zu drei Sparkassenüberfällen auf die Filialen in Konzen, Höfen und Kalterherberg gekommen war, können die Ermittler des Raubkommissariates Aachen jetzt einen Erfolg vermelden. Am Donnerstag wurden drei Tatverdächtige nahe dem belgischen St.Vith festgenommen, nachdem sie bei einer beabsichtigten Kontrolle auf Zivil-Polizisten aus Bleialf (Kreis Bitburg-Prüm) geschossen hatten.

Da das gestellte Trio mit gefälschten Pässen unterwegs war, stehen die wahren Personalien der Männer noch nicht fest.

Nach drei Banküberfällen in Konzen, Höfen und Kalterherberg innerhalb weniger Monate, hat die Polizei am Donnerstag drei Tatverdächtige in St.Vith/Belgien festgenommen. Foto: H. Schepp

Einer der Festgenommenen konnte dem Aussehen nach als der Verdächtige identifiziert werden, nach dem im Anschluss auf den Raub auf die Sparkasse in Konzen (22. November 2012) mit einem Foto gefahndet wurde.

Da die Täter jeweils nach dem selben Strickmuster vorgingen, gehen die Ermittler davon aus, dass alle Taten durch die selben Täter begangen wurden. Eine vierte Tat, die ebenfalls in das Muster passt, ereignete sich in diesem Jahr in Hellenthal.

Um den Tätern auf die Spur zu kommen, hatten sich die Aachener Ermittler mit ihren Kollegen aus den anderen Eifelbehörden und Belgien regelmäßig ausgetauscht und potenziell gefährdete Geldinstitute besonders im Visier behalten.

Die intensive und gute Zusammenarbeit führte dann letztlich auch zu der gestrigen Festnahme. Die drei Festgenommenen wurden in Belgien in Haft genommen. Die Staatsanwaltschaft in Aachen stellt nun einen Auslieferungsantrag.

Einer Polizeistreife in Zivil war am Donnerstag gegen 9.15 Uhr in Bleialf ein verdächtiges Fahrzeug aufgefallen. An dem silberfarbenen Ford Focus waren die Kennzeichen OE-RO 32 angebracht.

Bei Überprüfung des Kennzeichens stellte sich schnell heraus, dass die Kennzeichen zur Sachfahndung ausgeschrieben waren. Bei dem Versuch, den mit drei Männern besetzten Wagen anzuhalten, wurde von der Beifahrerseite aus auf das Polizeifahrzeug geschossen. Die Täter fuhren fluchtartig in Richtung belgische Grenze davon und wurden dabei von dem Polizeifahrzeug eine Weile verfolgt.

Nach einem erneuten Schusswaffengebrauch riss der Kontakt zu dem Täterfahrzeug ab. Im Rahmen einer sofort ausgelösten grenzüberschreitenden Fahndung, in die deutsche und belgische Polizeikräfte sowie ein Polizeihubschrauber eingebunden waren, wurde der Ford Focus bei Breitfeld in Belgien gegen 9.30 Uhr verlassen aufgefunden.

Die drei Täter, von denen lediglich bekannt ist, dass sie rund 30 Jahre alt sind, sind flüchtig. Was die Männer in Bleialf im Schilde führten, kann derzeit nicht sicher gesagt werden.

Anschließend kehrten die Männer offenbar um, stellten ihr Fluchtauto nahe der Grenze ab und flohen zu Fuß weiter. Gegen Mittag wurden sie dann von vereinten Polizeikräften aus beiden Ländern in einem Waldstück gestellt und verhaftet.

Die Polizisten verhörten die Männer und führten sie einem Untersuchungsrichter in Eupen vor. Staatsanwältin Nathalie Corman beantragte Haftbefehl.

Die Zusammenarbeit der beteiligten Beamten und Behörden funktionierte beispielhaft. Auf deutscher Seite sieht man es genau so: „Beispielhaft“, sagt Monika Peters, Sprecherin des Präsidiums Trier. „Absolut unproblematisch“, bestätigt auch Christoph Cremer, Chef der Polizei-Inspektion Prüm. Einsatz und Koordination seien bestens gelaufen. „Das war früher anders. Da war für deutsche Polizisten an der Grenze Schluss.“

Die Staatsanwaltschaften in Trier und in Eupen haben die Ermittlungen übernommen.

(P. St.)
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