Aachen: AZ-Forum Medizin: Blut hilft Ärzten schon im Frühstadium

Aachen: AZ-Forum Medizin: Blut hilft Ärzten schon im Frühstadium

Blut ist ein fantastisches Organ - da sind sich alle Experten einig. Die rote Flüssigkeit ist Thema des letzten Medizinforums in diesem Jahr gewesen, das vom Universitätsklinikum Aachen und der „Aachener Zeitung” veranstaltet und von Redakteurin Sabine Rother moderiert wurde.

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Nicht nur die Mediziner, auch die Besucher waren sich am Dienstagabend der enormen Bedeutung des Blutes wohl bewusst: Die Resonanz auf den „blutigen Abend” war groß.

Das Publikum erfuhr von Michael Flaßhove, dass sich Krankheiten bereits im Frühstadium aus dem Blut herauslesen lassen. Der Hämatologe erklärte, wie die Abwehrketten im Körper funktionieren: Die Zellen besitzen ein Gedächtnis, sie erinnern sich an viele Erreger und blocken diesen beim Eindringen in den Körper direkt. Trotzdem kann man krank werden: nicht nur durch Erreger, die von Außen in den Körper eindringen.

Der Mensch kann auch aus sich selbst heraus krank werden, beispielsweise wenn sich Zellen genetisch verändern. Vermehrt sich eine veränderte Zelle mit falschem Informationsmaterial unkontrolliert, kann sie ihre vorbestimmten Funktionen im Körper nicht mehr ausführen. In diesem Fall entstehen bösartige Bluterkrankungen, sagte der Onkologe Tim Brümmendorf. Auch Blutarmut kann durch genetisch veränderte Zellen hervorgerufen werden. Die häufigste Ursache für Blutarmut sei jedoch Eisenmangel, erklärte der Internist Dirk Tummes. Er könne durch Medikamente ausgeglichen werden.

Damit Erkrankungen früh genug erkannt werden, betonte Bernhard Grundmann die Bedeutung regelmäßiger Blutuntersuchungen. Das Blut, sagt der Internist, sei ein Mittel, um auch ohne eine Operation in den Körper hineinzuschauen, immerhin bilde der Blutwert auch den Zustand der Organe ab. Trotz aller Begeisterung für den Lebenssaft räumte er ein, dass eine Blutuntersuchung allein nicht in jedem Fall zu einer Diagnose führen wird. „Mit Blut kann man viel machen - aber es sagt eben nicht alles. Ebenso wichtig ist das intensive Gespräch mit dem Arzt”, sagte er und warb damit für ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis.

Das Blut in den Adern gefror den Zuhörern bei den Ausführungen von Katharina Angert. Die Oberärztin nahm sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit der Bluttransfusion. In den Anfängen verwendete man Tierblut. Diese primitive Methode war bis ins 19. Jahrhundert eine lebensgefährliche und oft tödliche Angelegenheit. Erst mit der Entdeckung der Blutgruppen 1901 wurde die Bluttransfusion sicherer. Inzwischen ist die Bluttransfusion ein wichtiger Bestandteil der Medizin und rettet Leben. Gerade deshalb erinnerte die Oberärztin noch einmal daran, dass Transfusionen nur möglich ist, wenn genügend Menschen Blut spenden.

Viele Zuhörer hatten ganz spezielle Fragen zum Medizinforum mitgebracht: Wie kann man Arterienverkalkung vorbeugen? Bernhard Grundmann empfahl grundsätzlich auf eine gesunde Ernährung zu achten, sich ausreichend zu bewegen und den Risikofaktor Rauchen aufzugeben. Welche Gefahren bergen Blutverdünner? Durch die regelmäßige Einnahme dieser Stoffe steige die Gefahr von Einblutungen ins Gewebe, waren sich die Mediziner einig.

Sie appellierten deshalb an die Eigenverantwortung der Patienten: Regelmäßige Blutuntersuchungen seien ein Muss. In einem Turnus von mindestens vier Wochen sollten die Untersuchungen erfolgen. Vor allem bei medizinischen Behandlungen, beispielsweise beim Zahnarzt, bei dem es gegebenenfalls zu Blutungen kommen kann, sollte der Arzt über die Einnahme des Mittels informiert werden.