Aachen/Heinsberg: Autofahren im Kreis Heinsberg wird wieder teurer

Aachen/Heinsberg: Autofahren im Kreis Heinsberg wird wieder teurer

Alle Jahre wieder - setzt das „Wechselfieber” ein: Gibt es eine Autoversicherung, die noch etwas günstiger ist als meine jetzige? „Wir kennen das zur Genüge”, sagt der Heinsberger Versicherungsmakler Christoph Fratz.

In der noch bis Ende dieses Monats laufenden Wechselsaison muss der Heinsberger einige Gespräche mehr als sonst üblich führen. Der Grund: Der Kreis Heinsberg ist vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in eine höhere Regionalklasse eingestuft worden.

Und dies bedeutet: Die Kundschaft mit „HS”-Kennzeichen am Auto muss für den Kfz-Haftpflicht-Versicherungsschutz tiefer in die Tasche greifen.

Das macht sich natürlich bemerkbar, wenn in diesen Tage die Rechnungen fürs nächste Versicherungsjahr ins Haus flattern. „Was? Ihr seid schon wieder teurer geworden?”, bekommt Christoph Fratz derzeit immer wieder zu hören. Und dann erklärt er geduldig, dass seine Versicherungsgruppe wirklich nichts für diese Teuerung könne.

In Deutschland gibt es laut GDV 418 Zulassungsbezirke. In etwa 63 Prozent dieser Bezirke ändert sich die Haftpflichtklasse. Für die Einstufung werden das Unfallgeschehen im jeweiligen Kreisgebiet und die Schadenshöhe zur Beurteilung herangezogen. Basis ist der Durchschnitt der Unfallzahlen der letzten fünf Jahre, also von 2004 bis einschließlich 2008.

Die Beamten der Kreispolizeibehörde Heinsberg nahmen im vergangenen Jahr 6485 Unfälle zu Protokoll. Der Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegt laut Statistik bei 6450.

Eklatant ist die Steigerung bei den Zahlen der Verkehrstoten, die einen Hinweis auf die schwere der Unfälle und damit der Blechschäden gibt, die die Versicherung begleichen muss: Waren es 2007 lediglich sieben Todesopfer, stieg deren Zahl 2008 mit 15 auf mehr als das Doppelte. Durchschnitt der letzten fünf Jahre: zwölf Tote.

Andreas Krosta, Pressesprecher der Aachen-Münchener Versicherungsgruppe in Aachen, rechnet vor: Die höhere Heinsberger Regionalklasse mache in seinem Haus eine Beitragssteigerung von durchschnittlich drei Prozent aus. Allerdings, so fügt er an, „haben wir etwas Spielraum in unserer Preisgestaltung”. Diesen „Spielraum” haben offenbar viele Anbieter.

Laut Verbraucherzentrale genügt oft schon ein Anruf beim eigenen Anbieter, um Geld zu sparen. Die Verbraucherzentrale-NRW rät jedem Autofahrer zu einem Tarifvergleich. Wichtig beim Tarif-Check sei aber nicht nur die Beitragshöhe pro Versicherungsjahr, sondern auch die Frage, wie im Schadensfall rückgestuft wird. So könne der Beitrag nach einer Rückstufung bei einem scheinbar günstigen Anbieter plötzlich deutlich höher liegen als bei der vermeintlich teureren Variante.

Übrigens: Bei der Haftpflicht liegt die Städteregion mit ihrer Regionalklasse 11 rund 17 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Wobei noch interessant wäre, ob die Kaiserstädter oder die Landbevölkerung die schlechteren Autofahrer sind.

Im Gegensatz zum Kreis Heinsberg ändert sich in der Städteregion Aachen und im Kreis Düren bei den Haftpflicht-Regionalklassen nichts. Das gilt - einschließlich Heinsberg - meist auch für die Teil- und Vollkaskoversicherungs-Klasse.

Der Regionalklasse für Heinsberg ist um eine Stufe auf 9 gestiegen. Bei Teil- und Vollkasko bleibt es bei den bisherigen Klassen 10 und 6.

Zum Vergleich: Städteregion Aachen: Haftpflicht unverändert Klasse 11, Teilkasko Klasse 9 (minus 1), Vollkasko unverändert Klasse 7.

Kreis Düren (unverändert): Haftpflicht Klasse 8, Teilkasko 8, Vollkasko 4.