Köln: Ausstellung zeigt Karikaturen aus der Türkei

Köln: Ausstellung zeigt Karikaturen aus der Türkei

Spätestens seit dem Mohammed-Karikaturenstreit vor vier Jahren glauben Viele, dass Islam und Karikaturen nicht zusammenpassen. Dabei haben satirische Zeichnungen in muslimischen Ländern eine lange Tradition.

Davon können sich seit Montagabend Interessierte im Rathaus der Stadt Köln überzeugen. Noch bis zum 22. Oktober ist dort die Karikaturenausstellung „Die Nase des Sultans” zu sehen.

Für die Sammlung haben die beiden Journalisten Sabine Küper-Büsch und Thomas Büsch Karikaturen aus der Türkei zusammengestellt. Der Fokus der Ausstellung liegt auf zeitgenössischen Karikaturen. Die Zeichnungen beschäftigen sich mit den großen Debatten der Türkei: Religion, Gleichstellung von Mann und Frau, Urbanisierung, Menschenrechte.

Auch brisante Themen wie der Mord an dem armenisch- türkischen Journalisten Hrant Dink und die strafrechtliche Verfolgung des Nobelpreis-Trägers Orhan Pamuk sind Gegenstand der Exponate.

Mit dem Titel spielt die Ausstellung auf Sultan Abdülhamit II (1842-1918) an. Der letzte absolutistische Herrscher im Osmanischen Reich wollte nicht, dass über sein übergroßes Riechorgan geredet wird. Deshalb verbot er das Wort „Nase”. Das war eine Steilvorlage für Zeichner.

Zum ersten Mal wurde die Ausstellung 2008 parallel zur Frankfurter Buchmesse gezeigt, als die Türkei Gastland war. Köln ist nun die fünfte Station der Schau. „Wir wollen mit ihr die Entstehungsgeschichte der türkischen Karikaturen zeigen”, sagte Kuratorin Sabine Küper-Büsch. Sie betonte, dass türkische Karikaturisten nicht zurückhaltender seien als in anderen Ländern.

Dass kein türkischer Karikaturist den Propheten Mohammed zeichnet, führt sie nicht auf ein Tabu zurück, sondern auf eine fehlende Bildertradition im Islam. „Es gibt Mohammed nicht als Bilder-Vorlage. Deswegen ist es nicht komisch, ihn zu zeichnen.” Dennoch räumt Küper- Büsch ein, dass die Religion ein schwieriges Thema für türkische Zeichner sei.