Nach „Ende Gelände“-Protesten: Ausgebrannte Busse: Bekennerschreiben veröffentlicht

Nach „Ende Gelände“-Protesten : Ausgebrannte Busse: Bekennerschreiben veröffentlicht

Während den „Ende Gelände“-Protesten im Rheinischen Revier sind vier Busse eines Transportunternehmens in Titz ausgebrannt. Nun ist auf einer linksextremen Homepage ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Das Feuer auf dem Hof eines Titzer Transportunternehmens in der Nacht zum Sonntag war die Folge eines Brandanschlages. Das jedenfalls geht aus einem Bekennerschreiben hervor, das auf dem Internetportal „Indymedia“ veröffentlicht wurde, das linksextreme Inhalte publiziert. Nach vielen auch medialen Spekulationen „wäre jetzt ein schöner Zeitpunkt, um festzustellen: Sperrt ihr unsere Freund*innen ein, tragt ihr die Konsequenzen“, heißt es in dem Schreiben.

In den Bussen des Unternehmens waren wiederholt von der Polizei in Gewahrsam oder vorübergehend festgenommene Anti-Braunkohle-Demonstranten und Waldbesetzer zur Identitätsfeststellung in verschiedene Polizeireviere gefahren worden, offenbar auch während der „Ende Gelände“-Proteste. Eine Sprecherin des Aktionsbündnisses hatte sich gegenüber unserer Zeitung nicht zu den ausgebrannten Bussen äußern wollen, da „Ende Gelände“ nichts damit zu tun habe.

In dem Bekennerschreiben wird diese Distanzierung vom – immer noch mutmaßlichen – Brandanschlag nun kritisiert. „Es ist schade, dass ,Ende Gelände’ in der Zeitung nur mit den Worten zitiert wird, man habe damit nichts zu tun. Natürlich geht es einen an, dass dort Fahrzeuge gebrannt haben, mit denen auch am Folgetag wieder Gefangene – die eigenen Leute! – hätten weggebracht werden sollten“, heißt es. Darauf hinzuweisen, „dass diese Busse als Gefangenentransporter für die Bullen im Einsatz waren, wäre im Übrigen auch Selbstschutz“.

Das Titzer Transportunternehmen hatte gegenüber unserer Zeitung angekündigt, auch weiter für RWE und die Polizei arbeiten zu wollen. Die mutmaßlichen Brandstifter schreiben dazu: „Erklärt ihr bereitwillig, es weiter zu machen, (...) wird es nicht aufhören.“

Während der Räumung des Hambacher Forsts im September und im Oktober waren mehrere Unternehmen bedroht worden, die Räumungsgerät an RWE vermietet hatten. Nach Informationen unserer Zeitung hatte es in mindestens einem Fall sogar eine Morddrohung gegeben. Auf einen niederländischen Geräteverleiher waren zwei Brandanschläge verübt worden, in einem Fall hatte es ebenfalls ein auf „Indymedia“ veröffentlichtes Bekennerschreiben gegeben.

In diesem Zusammenhang heißt es in dem aktuellen Schreiben: „Wie aussichtsreich eine konsequente Haltung von uns auch in der Öffentlichkeit ist, hat auch der Rückzug verschiedener Arbeitsgeräteverleiher aus dem Hambacher Wald gezeigt.“ Was bei dem Titzer Transportunternehmen „brennt, fehlt den Bullen und RWE!“, heißt es weiter.

Die Aachener Polizei, dessen Staatsschutzabteilung in die Ermittlungen involviert ist, kündigte auf Anfrage unserer Zeitung an, das Schreiben prüfen zu wollen. Dass angemietete Busse zum Transport von festgenommenen Demonstranten benutzt werden, sei seit Jahren üblich.

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