Laumann mahnt: Ausbildungsjahr 2026/27 fast ohne Abiturienten

Laumann mahnt : Ausbildungsjahr 2026/27 fast ohne Abiturienten

Der bereits drückende Fachkräftemangel könnte sich für die Wirtschaft spätestens in zehn Jahren durch einen komplett fehlenden Abiturjahrgang drastisch verschärfen.

Denn beim Übergang zwischen dem letzten G-8- und dem ersten G-9-Jahrgang fällt der Nachwuchs im Ausbildungsjahr 2026/27 fast ganz aus. Mit einer „Gesamtstrategie“ will die Landesregierung die Folgen der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium ab dem kommenden Schuljahr für die NRW-Wirtschaft lindern. Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine Anfrage aus der SPD-Opposition hervor.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte zuvor bereits an die Unternehmen appelliert, schon jetzt deutlich mehr auszubilden, um den Fachkräftemangel nicht weiter zu verschärfen.

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht in dem Übergangsjahr aber auch besondere Chancen für junge Leute, die normalerweise leer ausgehen oder für „Altbewerber“, die bereits in früheren Ausbildungsjahren ohne Angebot geblieben sind. Schon Jahre im Voraus müssten Jugendliche darauf hingewiesen werden, dass 2026/27 besonders günstig für Bewerber sei, unterstrich Laumann in seiner der dpa vorliegenden Antwort. Dies müsse auch auf Ausbildungsmessen beworben werden.

Unter anderem seien Hauptschüler verstärkt in den Fokus zu nehmen. Das hatte auch der DGB mit Verweis auf den niedrigen Anteil von Hauptschulabsolventen im Bereich der Industrie- und Handelskammern gefordert. Die wirtschaftlichen Gesamtfolgen seien konkret noch nicht prognostizierbar, erklärte Laumann. In NRW machen rund 72 Prozent eines Abiturjahrgangs ihren Abschluss an einem Gymnasium und sind somit von der Umstellung von G8 auf G9 betroffen.

(dpa)
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