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Expertenmeinung: Ausbildung im Corona-Jahr krisenfester als angenommen

Expertenmeinung : Ausbildung im Corona-Jahr krisenfester als angenommen

Im Corona-Jahr 2020 eine neue Ausbildungs-Stelle finden - kann das klappen? Das Virus hat auch den Arbeitsmarkt durcheinander gewirbelt. Doch Experten ziehen für die Ausbildung ein gar nicht so düsteres Fazit.

Die Ausbildung kommt Experten zufolge besser durch die Corona-Krise als befürchtet. Es gibt trotz Corona extrem viele freie Stellen“, sagte Robert Schweizog, Geschäftsführer für Bildung bei der IHK NRW, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Zahl der Bewerber geht bis jetzt stärker zurück als die Zahl der Stellen. Man hat als Bewerber also sogar ein Stück weit bessere Chancen.“ Außerdem seien nur in sehr seltenen Fällen Auszubildende gekündigt oder Kurzarbeit für sie angemeldet worden. „Die Ausbildung, die in den meisten Fällen sogar in Corona-Zeiten weiter geführt wurde, zeigt sich als sehr krisenfest.“

Nach den aktuellen Zahlen der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit für Juni ging die Zahl der Ausbildungsstellen im Juni gegenüber dem Vorjahr um gut neun Prozent zurück, die der Bewerber jedoch sogar um mehr als zwölf Prozent. Zum Ende des Monats gab es in NRW mehr als 45 400 freie Azubi-Stellen.

Der Experte macht dafür zum einen die Stimmung der Bewerber angesichts der Corona-Krise verantwortlich, die sich durch die schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft verunsichert fühlten. Außerdem fehlten viele Möglichkeiten der Begegnung - etwa durch ausfallende Messen, Speed-Datings oder Kontakte in Schulen. Deshalb versuche man nun zunehmend, auch digitale Formate und Social Media einzusetzen, um mit potenziellen Azubis in Kontakt zu kommen. So bietet etwa die Handwerkskammer zu Köln eine Ausbildungsberatung per WhatsApp an.

Der Bund will krisengeplagten Unternehmen, die trotzdem Ausbildungsplätze erhalten oder sogar aufbauen, eine Ausbildungsprämie von 3000 Euro pro Ausbildungsplatz zahlen. Davon verspricht sich Schweizog keine deutliche Steigerung der Ausbildungsplätze, da extreme Umsatzeinbußen dadurch nicht ausgeglichen werden könnten. Aber: „Es ist ein gutes und wertschätzendes Signal an die Betriebe, die ausbilden.“

(dpa)