Kiel/Geilenkirchen: Ausbildung auf „Gorch Fock” wird ausgesetzt

Kiel/Geilenkirchen: Ausbildung auf „Gorch Fock” wird ausgesetzt

Die Offiziers-Ausbildung auf dem traditionsreichen Segelschulschiff „Gorch Fock” wird bis zum September 2011 ausgesetzt.

Das bestätigte der Sprecher des Flottenkommandos in Glücksburg, Jan Ströhmer, am Donnerstag dem Schleswig-Holstein Magazin des NDR-Fernsehens. Die gut 70 Lehrgangsteilnehmer, die in diesen Tagen von Brasilien zu ihrer Ausbildungsfahrt hätten starten sollen, werden Anfang kommender Woche in ein Flugzeug nach Deutschland steigen, wie Ströhmer berichtete. Sie sollen in Flensburg weiter geschult werden.

Mit dieser Entscheidung nehme die Marine auch Rücksicht auf die seelische Verfassung einiger Soldaten nach dem tödlichen Unfall einer Offiziersanwärterin Anfang November. Die 25-Jährige war aus der Takelage des Schiffs gestürzt.

26 Monate zuvor hatte es schon einen tödlichen Unfall auf dem Ausbildungsschiff gegeben: In der Nacht vom 3. auf den 4. September 2008 endete das Leben von Jenny Böken aus Geilenkirchen durch einen tragischen Unfall auf dem Segelschulschiff - einen Tag vor ihrem 19. Geburtstag.

Ihre Mutter Marlis Böken hatte danach die Jenny-Böken-Stiftung gegründet und am Tag der offiziellen Anerkennung ihrer Stiftung gesagt, sie wünsche allen Soldatinnen und Soldaten, die bei Auslandseinsätzen für Frieden, Freiheit und Demokratie kämpften, dass sie gesund an Körper und Seele aus ihren Einsätzen zurückkehren. Sollte dies nicht der Fall sein, werde die Jenny-Böken-Stiftung immer für sie da sein und versuchen, ihnen mit allen Mitteln und Kräften beizustehen.

Nachdem nun der zweite Todesfall zu beklagen ist, kommt das gesamte Ausbildungskonzept auf den Prüfstand, wie Flottenkommando-Sprecher Ströhmer ankündigte. An der Ausbildung auf dem Dreimaster werde aber grundsätzlich festgehalten.

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