Ausbau Strecke Köln-Aachen: Bahn investiert 65 Millionen Euro

Ausbau der Bahnstrecke Aachen-Köln: 65 Millionen Euro für Ausweichgleise und Barrierefreiheit

Damit die Züge zwischen Aachen und Köln bald Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern fahren können, wird an der Strecke seit Jahren fleißig gebaut. Am Dienstag griff man in Eschweiler zum symbolischen Spaten, wo nicht nur der Hauptbahnhof barrierefrei gestaltet wird, sondern auch die Ausweichgleise verlängert werden.

Auf diesem Weg will man den steigenden Zahlen im Güterverkehr gerecht werden. Auch in Rothe Erde wird investiert: in Lärmschutz und einer Gleisverlängerung. Insgesamt 65 Millionen Euro kosten die Maßnahmen.

Dass derzeit viel Geld in Straßen und Gleis gesteckt wird, betonte am Dienstag der NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst in Eschweiler. Er sprach von 1,3 Milliarden Euro in diesem Jahr. Mit diesem Geld wolle man auch das Angebot im ÖPNV verbessern.

„Man kann die Menschen nicht zwingen, in Bus und Bahn zu steigen, aber die Attraktivität steigern“, sagte er vor zahlreichen Gästen am Eschweiler Hauptbahnhof. Dort steht der barrierefreie Umbau im Mittelpunkt, der in zwei Jahren abgeschlossen sein soll. In naher Zukunft soll zudem für weitere 7,8 Millionen Euro ein Parkhaus mit 300 Plätzen entstehen.

Derzeit bremst der Güterverkehr den deutlich schnelleren Personenverkehr auf der Gleisstrecke Aachen-Köln aus. Unter anderem fahren dort die Hochgeschwindigkeitszüge ICE und Thalys. Das von vielen geforderte durchgängige dritte Gleis zwischen Aachen und Köln ist zu kostspielig. Daran erinnert der Geschäftsführer von Nahverkehr Rheinland (NVR), Heiko Sedlaczek: „Man muss sich nur anschauen, wie viele Tunnel und Brückenbauwerke angepasst werden müssten, um zu erkennen, dass dies nicht die wirtschaftlichste Lösung ist.“

Er setzt auf Ausweichgleise wie das dritte Gleis auf dem Aachener Viadukt, das eine „entscheidenden Beitrag zu mehr Kapazität und Flexibilität“ auf der Strecke bieten würde. Diese Erweiterung ist jedoch politisch umstritten und planerisch schwierig. Genehmigt ist bisher der Ausbau der beiden Ausweichgleise am Eschweiler Hauptbahnhof auf eine Länge von 750 Metern, die auch in Zukunft für Güterverkehr ausreichen sollen. Zudem wird das dritte Gleis in Eilendorf um 1,7 Kilometer verlängert.

Foto: Deutsche Bahn

Dort reagiert die DB Netz auf Kritik von Anwohnern und erhöht den Lärm- und Schallschutz. In Eilendorf werden Lärmschutzwände auf einer Länge von einem Kilometer aufgestellt. In manchen Bereichen haben die Menschen auch Anspruch auf Schallschutzfenster. In Eschweiler wird ein weiterer Bahnübergang geschlossen, wodurch auf diesem Abschnitt höhere Geschwindigkeiten erlaubt sind.

Die 70 Kilometer lange Strecke zwischen Aachen und Köln ist Bestandteil des Rhein-Ruhr-Express (RRX). Das Ausbauprogramm sieht vor, die Regional-Express-Linien zu ersetzen. Sedlaczek geht davon aus, dass „Mitte der 20er Jahre“ die neuen Züge bis Aachen rollen. Parallel wird nicht nur das Schienennetz ausgebaut, sondern auch das Verbundnetz angepasst. „Wir müssen es schaffen, dass die Tarife übersichtlicher und verständlicher sind“, fordert er.

Will den ÖPNV attraktiver machen: NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU). Foto: Federico Gambarini

Dazu gehören auch Regelungen mit den Nachbarländern. Eine Kooperation mit den Niederlanden soll beispielgebend sein. Ziel ist es, mit einem digitalen Ticket alle Fahrten erledigen zu können, ohne sich vorher festzulegen. Will heißen: Nachträglich werde die günstigste Variante berechnet.

Für den RRX werden nun die Voraussetzungen auf der Schiene geschaffen. Die Ausbaustrecke 4 ist in drei Abschnitte unterteilt, wovon die ersten beiden zwischen Aachen und der belgischen Grenze sowie zwischen Düren und Köln abgeschlossen sind. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis zum Jahr 2021 dauern.

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