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Vorrunde der Internetrallye Netrace: Auf Recherche jenseits der Wikipedia

Vorrunde der Internetrallye Netrace : Auf Recherche jenseits der Wikipedia

Die Zielflagge ist geschwenkt – und die Vorrunde der Schülerrallye Netrace von unserer Zeitung und NetAachen vorbei. Und die Teams wissen inzwischen, warum Copy-Paste aus der Wikipedia nicht weiterhilft.

Nieselnder Novemberregen fällt auf den Pausenhof des Paul-Julius-Reuter-Berufskollegs in Aachen. Drinnen, in einem Computerraum, herrscht konzentrierte Stille: Die Schüler der Gruppe HH191 arbeiten sich durch die Fragen der Internetrallye Netrace von unserer Zeitung und NetAachen. Und sie machen ihre Sache gut.

Es ist – für die Schüler der Höheren Handelsschule und ihre Klassenlehrer Maria Herrmann und Daniel Sommer – das erste Mal, dass sie an dem jährlichen Schülerwettbewerb um Medienkompetenz, Lesefähigkeit und Teamarbeit teilnehmen. Doch am Ende der Vorrunde stehen sie da wie erfahrene Netrace-Profis. Volle 50 Punkte haben sie erreicht, besser geht’s nicht. Nur zwölf weitere Teams haben das außer ihnen geschafft.

So wie die Aachener Berufsschüler sind noch weitere 160 Teams aus der Städteregion Aachen und den Kreisen Heinsberg und Düren beim 13. Netrace angetreten; auch eine belgische Schule ist wieder dabei. Insgesamt machen 52 weiterführende Schulen aus der ganzen Region mit mehr als 1500 Schülern mit.

Und auch das Team der Abteilung Kommunikation des Netrace-Sponsors NetAachen ist wieder angetreten, „Hannah und die alten Männer“ ist wieder dabei, mit vollem Einsatz, aber außer Konkurrenz.

Und wie ist die Erfahrung, erstmals fünf Aufgabenblöcke mit Net­race-Fragen mit Erfolg durchgeackert zu haben? „Gut gefallen hat mir, dass die Schüler nicht nur einfach in die Wikipedia schauen konnten, sondern von einer zur anderen Seite gehen mussten, um zum Ergebnis zu kommen“, sagt Lehrer Daniel Sommer.

Das sind viele Schüler nicht mehr gewohnt, die sich daran gewöhnt haben, dass die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia grundsätzlich für fast alle Fragen die erste Anlaufstelle ist.

Doch mit Copy-Paste, dem beliebten „Kopieren und Einfügen“ ganzer Textpassagen, kommt man beim Netrace nicht weiter. „Wir haben ganz klar kommuniziert, dass Wikipedia-Treffer als Ergebnisse nicht mehr anerkannt werden“, erklärt Marianne Weiß vom medienpädagogischen Institut Promedia Maassen. Zum einen, weil die Wikipedia als offenes Mitmach-Lexikon von jedem Benutzer verändert werden kann und die Informationen darin im Zweifelsfall eben nicht hundertprozentig zuverlässig sind.

Zum anderen, weil es beim Netrace um den richtigen Gebrauch von Recherchewerkzeugen und digitalen Mitteln geht – und eine Originalquelle einen Sachverhalt immer besser und aktueller darstellt als eine andere Seite, die das Geschehen beschreibt. Und so gab es für Teams, die Lösungen mit Wikipedia-Verweisen eingesandt hatten, zwar Punkte für die Richtigkeit der Antwort, aber keine Punkte für die Internetadresse der Fundstelle.

Überhaupt, die Genauigkeit. „Wenn etwa nach der Eigenschaft eines Parks gefragt wird, dann kann die richtige Antwort nicht sein ,weil es darin dunkel ist’“, sagt Marianne Weiß. Die richtige Antwort lautete: „Dunkelheit“. Also: Wer genauer liest, kommt eher aufs Treppchen.

Kleiner Trost für die, die sich jetzt über Fehlerpunkte ärgern: Die Vorrunde ist traditionell vor allem zum Aufwärmen da. Am 14. Januar geht es in die erste der beiden Hauptrunden. Mit allen gesammelten Erfahrungen – ob alte oder neue.

Alle Ergebnisse gibt es auf der Netrace-Webseite www.az-an-netrace.de.